GameCheck
22. Juli 2026

Mesoké

von Louis Lory & Dejan Simonović

Die Gamecheckerinnen und Gamechecker haben wieder zugeschlagen – und sich dieses Mal tief in die Welt von Mesoké begeben. Dieses im Mai 2026 auf Steam erschienene Erkundungsspiel wurde von Mystik’Art entwickelt und ist ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Spielbeschreibung 

“Erkunde eine himmlische Welt voller Geheimnisse, verborgener Pfade und traumhafter Landschaften. Meistere ein flüssiges, impulsbasiertes Flugsystem, sammle Chi-Energie, indem du Risiken eingehst, entdecke neue schwebende Reiche und hilf Mesoké dabei, ihren inneren Palast wiederaufzubauen.” 

So beschreibt sich das Spiel in Kürze selbst. Startet man Mesoké, wird man, abgesehen von einem sehr minimalistischen Menü, direkt in die Story – beziehungsweise in die Lüfte geworfen und muss relativ schnell selbst herausfinden, was zu tun ist.  

Ein roter Gleiter, der an eine romantisierte Form des Ikarus erinnert, schwebt durch ein wolkiges Nichts. Er ist der Protagonist, er ist in alle Richtungen steuerbar... Und nun?  

Plötzlich klärt die Sicht auf und gibt den Blick auf eine atemberaubende Landschaft frei, die die Spielerinnen und Spieler innehalten lässt. Zwischen fliegenden Felsen und grasbewachsenen Ruinen schweben Edelsteine, die verheißungsvoll funkeln. Spätestens ab hier wird klar, dass Mesoké ein Spiel ist, das zum Erkunden und Träumen einlädt. Aufregend, aber nicht hektisch. Faszinierend, aber auch beruhigend. Das wird unter anderem auch durch die meditative Hintergrundmusik betont, die an jeder Stelle des Spiels leise mitschwingt.  

Die tatsächlichen Erzählelemente werden vor allem zu Anfang nicht direkt erwähnt und wenn überhaupt nur symbolisch angedeutet. Der Fokus liegt einzig und allein auf dem Gameplay, also dem Fliegen und dem Einsammeln von  Edelsteinen. Später kommen auch noch weitere Funktionen wie das Reisen durch Portale hinzu – und weitere schön gestaltete Welten warten darauf, erkundet zu werden.  

Ob das Spiel im Laufe der Handlung noch eine komplexere Story entwickelt, konnte im Rahmen des Gamechecks nicht endgültig festgestellt werden. Der Beschreibung nach zu urteilen, gibt es zwar eine Rahmenhandlung, die jedoch nicht explizit erzählt wird und daher Raum für Gefühle und eigene Interpretationen lässt. 

Steuerung und Features

Das Menü bietet lediglich zwei manuelle Einstellungen. Zunächst einmal kann die Fenstergröße des Spiels durch eine überraschend große Auswahl an Auflösungen präzise angepasst werden. Zudem ist es möglich, die Steuerung zu invertieren, also einzustellen, welche Richtung auf dem Controller welcher Flugrichtung im Spiel entspricht. Wenn die Steuerung auch nach längerem Ausprobieren noch schwerfällt, lohnt es sich, diese Einstellungsmöglichkeit in Betracht zu ziehen.  

Was die Steuerung angeht, sprechen die Spieleentwickler selbst von einem „Risiko-Belohnungssystem”; das heißt: Je präziser man fliegt, desto mehr unterstützt der Wind die eigene Flugbahn. Um die gesuchten Edelsteine einzusammeln, muss man oft ziemlich nah am Boden entlang fliegen. Achtung: Berührt man diesen, löst man sich auf und muss (zumindest teilweise) wieder von Neuem beginnen. Hier ist also Präzision gefragt. 

Die Meinung der Gamecheckerinnen und Gamechecker

Das Spiel kam bei den Testerinnen und Testern gut an, die dieses Mal aus zwei Kindern im Alter von 9 und 11 Jahren bestanden. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des eher ruhigen Gameplays konnte das Spiel sie mit seinen schön gestalteten Welten und seinem speziellen Art-Style überzeugen. Insbesondere das Sammeln der versteckten Gegenstände und Artefakte hat den beiden gut gefallen und in ihnen die Lust geweckt, die detailreich gestalteten Orte genauer zu erkunden und die Sammlung zu vervollständigen. Auch die stimmungsvolle und minimalistische Musik hat zur positiven Kritik beigetragen. Die beruhigende Atmosphäre des Spiels hat die Kinder ebenfalls beeindruckt. Die Welten wurden von ihnen mehrfach als „mega entspannt” oder „voll die coole Dimension” beschrieben. 

Die Steuerung wurde zunächst als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden, doch mit ein bisschen Übung und Geschick kamen die Kinder auch damit zurecht.  
 
Das Spiel verzichtet bewusst auf eine ausführlich erklärte Story und setzt den Fokus auf seine mystisch-farbenfrohe Stimmung. Dadurch kam allerdings immer wieder die Frage auf, was denn nun eigentlich das genaue Ziel des Spiels sei. Ein wenig mehr Hinweise auf Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung und genauere Erklärungen der einzusammelnden Gegenstände könnten das Spielerlebnis eventuell noch verbessern. Durch das wenig geleitete Spielerlebnis sind die Spielerinnen und Spieler eingeladen, ihrer Intuition zu folgen und dem Erkundungsdrang nachzugeben. Andererseits könnte das Spiel durch seine Uneindeutigkeit auch dabei helfen, Kindern beizubringen, auf ihre Intuition zu vertrauen, statt starre Regeln zu befolgen.

Fazit

Mesoké bietet Entspannung, Ablenkung und ein flüssiges Gameplay, das die Spielerinnen und Spieler in zauberhafte Welten eintauchen lässt und Kinder regelrecht „entschleunigen” kann. Somit ist es familienfreundlich und ab ca. 8 Jahren zu empfehlen.

Die Steuerung zwar nicht kompliziert, jedoch erfordert sie etwas Übung. Vorerfahrung mit dem Gamepad ist hier von Vorteil. Wen das nicht abschreckt, erwartet eine mystische Entdeckungsreise, die die Spielenden mit spektakulären Landschaften und viel Atmosphäre belohnt. Das Spiel ist, um es in den Worten der Entwickler zu sagen, etwas für all jene, die „heilen und genießen wollen, ohne alles verstehen zu müssen”. 

Offizieller Game-Trailer:

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