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6. August 2026
Allgemein

Gaming-Arcade-Stationen im Stadtmedienzentrum Stuttgart

Videospielgeschichte und Medienkultur zum Anfassen Wer das Foyer des Stadtmedienzentrums betritt, dem fallen sofort unsere bunten Gaming-Arcade-Stationen auf. Im Gegensatz zu ihren Pendants aus den 80er Jahren, müssen bei den Exemplaren des Stadtmedienzentrums jedoch keine Quater-Münzen eingeworfen werden, um ein Spiel zu spielen. Auch geht es uns nicht darum, die Jagd auf Highscores zu eröffnen, sondern vielmehr darum, die Geschichte der Videospiele und damit ein Stück Medienkultur anschaulich darzustellen. Mit den Arcade-Stationen ermöglichen wir zum einen Kindern und Jugendlichen Spiele selbst nachzuspielen, wie z.B. Pacman, und damit die Entwicklung der Computerspiele zu erleben, aber auch die Einflüsse zu sehen, die alte Spieleklassiker bis heute noch haben. Zum anderen werden auch Eltern sowie Lehrkräfte an Ihre Kindheit und Jugend erinnert. Vielen wird dabei bewusst, dass digitale Spiele auch ihre eigene Jugend geprägt haben. Dies kann zu einem verständnisvolleren Umgang mit Videospielen und Mediennutzung zwischen den Generationen und innerhalb von Familien führen und Anlässe für gemeinsames Spielen schaffen. Entwicklung durch Jugendliche und junge Erwachsene Das besondere an den Gaming-Arcades im Foyer des SMZ Stuttgart ist, dass (bis auf den Pacman Automaten) alle von jungen Leuten selbst gebaut worden sind. Die Minetest-Station (heute Luanti) wurde an einer Schule entworfen und im Rahmen eines Blockalot-Projektes zusammengesetzt. Im SMZ Karlsruhe steht ein baugleiches Pendant, wodurch man sich zu zweit beim Meistern eines Parcours messen kann. Die Retro- und Bloxels-Arcade wurden jeweils von Bundesfreiwilligendienstleistenden bzw. FSJlern entworfen, programmiert und zusammengebaut. Auch die grafische Ausgestaltung der Stationen stammt von Mitarbeitenden und Praktikanten des Stadtmedienzentrums. Retro-Klassiker entdecken Auf der Retro-Arcade lassen sich Klassiker der Spielegeschichte ausprobieren und gemeinsam spielen, deren Original-Kassetten-Module (Cartridges) mit den dazugehörigen Konsolen in einer Glasvitrine nebenan ausgestellt sind. Vom alten Gameboy über das klassische NES bis zur Playstation 1, kann hier ein Blick auf alte Konsolen und die dazugehörigen Datenträger geworfen werden. Die Geschichte und Entwicklung von Videospielen wird so gerade für jüngere Besuchende begreifbar gemacht. Ein besonders Schmuckstück ist ein über 40 Jahre alter Atari 2600, den uns ein treuer Besucher als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Eigene Spiele auf der Bloxels-Arcade Was unsere Bloxels-Arcade angeht: Man darf sich von der Pixelgrafik nicht täuschen lassen. Auf der Bloxels-Arcade werden keine Retro-Games vorgestellt, sondern Spiele, die von Kindern und Jugendlichen in Workshops der ComputerSpielSchule und der Mobilen Medienschule Stuttgart Ost selbst entwickelt und designt wurden. Während es früher aufgrund der Technik Begrenzungen bei Pixelanzahl und Farben gab, ist Pixelart heute eine künstlerische Stilrichtung geworden. Die jungen Gamedesignerinnen und Gamedesigner können mit Bloxels eigene Plattformerspiele im Stil der klassischen Super-Mario-Titel gestalten - mit handgemachten Animationen und selbstgebauten Levels. Von den Figuren und deren Bewegungen bis hin zu Hintergründen, Hindernissen und Gegnern - alle Faktoren können von den jugendlichen Entwicklerinnen und Entwicklern selbst gestaltet werden. Die fertigen Spiele können dann authentisch auf der Bloxels-Arcade von allen Besucherinnen und Besuchern sowie während des Game, Make & Learn-Angebots gespielt werden. Medienproduktion wird so für Kinder und Jugendliche zugänglich gemacht und belohnt, indem das finale Produkt zur Schau gestellt wird.  Die Oberfläche der Bloxels-Arcade orientiert sich am Design klassischer Spielautomaten. Ein Beispielspiel kann über den folgenden Link direkt im Browser gespielt werden – die Bloxels-Arcade sowie die weiteren Gaming-Arcades stehen Besucherinnen und Besuchern im Stadtmedienzentrum Stuttgart zum Ausprobieren zur Verfügung.
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29. Juli 2026
GameCheck

4PGP – Four-Player Grand Prix

von Julia Sakretz und Dejan Simonović „Und jetzt sind die Lichter aus, wer kommt am besten weg? Der Mercedes hatte keinen guten Start, der Ferrari setzt sich an die Spitze!“ Dies sind typische Worte nach einem Rennstart der Formel 1. Die Entwickler 株式会社3goo haben ein Spiel herausgebracht, welches dieses Gefühl rüberbringt - als kleines Indie-Studio, das nicht über die original Formel-1-Lizenzen verfügt. 4PGP ist ein Rennspiel, welches bewusst an alte Arcade- und Konsolen-Rennspiele der frühen Playstation Ära erinnert und statt einer komplexen Simulation kurzweilige Action bietet. Daher sollte man sich nicht von der altmodisch wirkenden Grafik abschrecken lassen. Das Spiel ist Anfang Juni 2026 erschienen. Auf der Nintendo Switch oder dem PC können lokal bis zu vier Spielerinnen und Spieler zusammen Rennen fahren. Was ist die Formel 1?  Die Formel 1 zählt zu den bekanntesten Motorsportserien der Welt. Wer bislang wenig Berührungspunkte mit dem Rennsport hatte, findet hier eine kurze Erklärung: Sie ist die höchste Klasse des internationalen Automobilrennsports. Sie existiert seit mehr als 70 Jahren und wird als Königsklasse des Motorsports angesehen. Die 22 besten Fahrer der Welt kommen hier zusammen und fahren gegeneinander auf 24 Rennstrecken um die Welt. Nach jedem Rennen gibt es Punkte und am Ende der Saison zwei Weltmeistertitel zu gewinnen. Ausführliche Informationen dazu bietet der Gameframe-Artikel „Formel 1 und ihre Simulatoren“, der im August 2026 erscheint. Steuerung und Features Das Spiel orientiert sich grundsätzlich an dem realen Format der Formel 1. Es gibt fünf verschiedene Spielmodi. Der Championship Modus ist der Hauptrennmodus, in welchem man verschiedene Rennen fahren kann. Dabei werden immer drei Runden gefahren, dann wird die Strecke gewechselt. Die Autos haben verschiedene Stärken und Schwächen. Manche haben ein höheres Höchsttempo als die anderen, dadurch sind sie die beste Wahl für Hochgeschwindigkeitsstrecken. Andere hingegen haben mehr Druck auf die Vorderachse und dadurch besseres Handling. Diese Autos sind besser für kurvenreiche Strecken geeignet. Und manche Autos liegen irgendwo dazwischen. Dadurch macht es Spaß mit den verschiedenen Rennwägen zu experimentieren. Spielerfahrung unserer Gamecheckerinnen und Gamechecker Wer einen kurzen rasanten Spielspaß sucht, findet mit 4PGP einen soliden Arcade-Racer, der vor allem in älteren Spielerinnen und Spielern nostalgische Gefühle hervorruft, da er sehr an frühe Playstation 1 Spiele erinnern. Unser Testerteam bestand dieses Mal aus zwei Kindern im Alter von 9 und 11 Jahren. Den jungen Testerinnen und Testern hat die altbewährte Grafik des Spiels leider nicht vollständig zugesagt. Trotzdem konnten sie dem Fahrgefühl und dem Gameplay einiges abgewinnen. Die Kinder hatten Gefallen an den verschiedenen Fahrzeugen und testeten gerne aus, wie sich ihre Eigenschaften auf das Fahrgefühl auswirken. Mit etwas Erfahrung in Rennspielen und durch die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten zur Einstellung des Schwierigkeitsgrades ist der Einstieg in das Spiel nicht schwer. Jedoch war der niedrigste Schwierigkeitsgrad gerade leicht genug, um mit den computergesteuerten Fahrern mithalten zu können. Bei höheren Schwierigkeitsgraden waren unsere Testerinnen und Tester schnell abgehängt, was den Spielspaß etwas eindämmte, da nur auf diesen Spielgraden neue Fahrzeuge oder Strecken freigeschalten werden konnten. Bei unseren jungen Gamecheckerinnen und Gamecheckern klang das Interesse am Spiel daher auch nach einiger Zeit ab. Fazit Wer auf der Suche nach einem kurzweiligen Arcade-Rennspiel ist und sich an der Retro-Grafik, die bewusst an frühe 3D-Rennspiele erinnert, nicht stört, wird mit 4PGP sicherlich seinen Spaß haben. Besonders Formel-1-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Allerdings sollten diese keine realistische Simulation erwarten. 4PGP versteht sich klar als Arcade-Racer und legt den Fokus auf schnellen Spielspaß statt auf realistische Fahrphysik. Die Steuerung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, und das Fahrzeug lässt sich insbesondere zu Beginn nicht ganz einfach kontrollieren. Mit etwas Übung stellt sich jedoch schnell ein gutes Fahrgefühl ein. Insgesamt ist 4PGP eine gelungene Alternative zu Mario Kart für alle, die eine etwas größere Herausforderung suchen, sich für die Formel 1 begeistern und keine großen Summen für einen aufwendigen Rennsimulator ausgeben möchten.  Offizieller Game-Trailer: Hier geht's zu den letzten GameChecks:
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22. Juli 2026
GameCheck

Mesoké

von Louis Lory & Dejan Simonović Die Gamecheckerinnen und Gamechecker haben wieder zugeschlagen – und sich dieses Mal tief in die Welt von Mesoké begeben. Dieses im Mai 2026 auf Steam erschienene Erkundungsspiel wurde von Mystik’Art entwickelt und ist ohne Altersbeschränkung freigegeben. Spielbeschreibung  “Erkunde eine himmlische Welt voller Geheimnisse, verborgener Pfade und traumhafter Landschaften. Meistere ein flüssiges, impulsbasiertes Flugsystem, sammle Chi-Energie, indem du Risiken eingehst, entdecke neue schwebende Reiche und hilf Mesoké dabei, ihren inneren Palast wiederaufzubauen.”  So beschreibt sich das Spiel in Kürze selbst. Startet man Mesoké, wird man, abgesehen von einem sehr minimalistischen Menü, direkt in die Story – beziehungsweise in die Lüfte geworfen und muss relativ schnell selbst herausfinden, was zu tun ist.   Ein roter Gleiter, der an eine romantisierte Form des Ikarus erinnert, schwebt durch ein wolkiges Nichts. Er ist der Protagonist, er ist in alle Richtungen steuerbar... Und nun?   Plötzlich klärt die Sicht auf und gibt den Blick auf eine atemberaubende Landschaft frei, die die Spielerinnen und Spieler innehalten lässt. Zwischen fliegenden Felsen und grasbewachsenen Ruinen schweben Edelsteine, die verheißungsvoll funkeln. Spätestens ab hier wird klar, dass Mesoké ein Spiel ist, das zum Erkunden und Träumen einlädt. Aufregend, aber nicht hektisch. Faszinierend, aber auch beruhigend. Das wird unter anderem auch durch die meditative Hintergrundmusik betont, die an jeder Stelle des Spiels leise mitschwingt.   Die tatsächlichen Erzählelemente werden vor allem zu Anfang nicht direkt erwähnt und wenn überhaupt nur symbolisch angedeutet. Der Fokus liegt einzig und allein auf dem Gameplay, also dem Fliegen und dem Einsammeln von  Edelsteinen. Später kommen auch noch weitere Funktionen wie das Reisen durch Portale hinzu – und weitere schön gestaltete Welten warten darauf, erkundet zu werden.   Ob das Spiel im Laufe der Handlung noch eine komplexere Story entwickelt, konnte im Rahmen des Gamechecks nicht endgültig festgestellt werden. Der Beschreibung nach zu urteilen, gibt es zwar eine Rahmenhandlung, die jedoch nicht explizit erzählt wird und daher Raum für Gefühle und eigene Interpretationen lässt.  Steuerung und Features Das Menü bietet lediglich zwei manuelle Einstellungen. Zunächst einmal kann die Fenstergröße des Spiels durch eine überraschend große Auswahl an Auflösungen präzise angepasst werden. Zudem ist es möglich, die Steuerung zu invertieren, also einzustellen, welche Richtung auf dem Controller welcher Flugrichtung im Spiel entspricht. Wenn die Steuerung auch nach längerem Ausprobieren noch schwerfällt, lohnt es sich, diese Einstellungsmöglichkeit in Betracht zu ziehen.   Was die Steuerung angeht, sprechen die Spieleentwickler selbst von einem „Risiko-Belohnungssystem”; das heißt: Je präziser man fliegt, desto mehr unterstützt der Wind die eigene Flugbahn. Um die gesuchten Edelsteine einzusammeln, muss man oft ziemlich nah am Boden entlang fliegen. Achtung: Berührt man diesen, löst man sich auf und muss (zumindest teilweise) wieder von Neuem beginnen. Hier ist also Präzision gefragt.  Die Meinung der Gamecheckerinnen und Gamechecker Das Spiel kam bei den Testerinnen und Testern gut an, die dieses Mal aus zwei Kindern im Alter von 9 und 11 Jahren bestanden. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen des eher ruhigen Gameplays konnte das Spiel sie mit seinen schön gestalteten Welten und seinem speziellen Art-Style überzeugen. Insbesondere das Sammeln der versteckten Gegenstände und Artefakte hat den beiden gut gefallen und in ihnen die Lust geweckt, die detailreich gestalteten Orte genauer zu erkunden und die Sammlung zu vervollständigen. Auch die stimmungsvolle und minimalistische Musik hat zur positiven Kritik beigetragen. Die beruhigende Atmosphäre des Spiels hat die Kinder ebenfalls beeindruckt. Die Welten wurden von ihnen mehrfach als „mega entspannt” oder „voll die coole Dimension” beschrieben.  Die Steuerung wurde zunächst als etwas gewöhnungsbedürftig empfunden, doch mit ein bisschen Übung und Geschick kamen die Kinder auch damit zurecht.   Das Spiel verzichtet bewusst auf eine ausführlich erklärte Story und setzt den Fokus auf seine mystisch-farbenfrohe Stimmung. Dadurch kam allerdings immer wieder die Frage auf, was denn nun eigentlich das genaue Ziel des Spiels sei. Ein wenig mehr Hinweise auf Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung und genauere Erklärungen der einzusammelnden Gegenstände könnten das Spielerlebnis eventuell noch verbessern. Durch das wenig geleitete Spielerlebnis sind die Spielerinnen und Spieler eingeladen, ihrer Intuition zu folgen und dem Erkundungsdrang nachzugeben. Andererseits könnte das Spiel durch seine Uneindeutigkeit auch dabei helfen, Kindern beizubringen, auf ihre Intuition zu vertrauen, statt starre Regeln zu befolgen. Fazit Mesoké bietet Entspannung, Ablenkung und ein flüssiges Gameplay, das die Spielerinnen und Spieler in zauberhafte Welten eintauchen lässt und Kinder regelrecht „entschleunigen” kann. Somit ist es familienfreundlich und ab ca. 8 Jahren zu empfehlen. Die Steuerung zwar nicht kompliziert, jedoch erfordert sie etwas Übung. Vorerfahrung mit dem Gamepad ist hier von Vorteil. Wen das nicht abschreckt, erwartet eine mystische Entdeckungsreise, die die Spielenden mit spektakulären Landschaften und viel Atmosphäre belohnt. Das Spiel ist, um es in den Worten der Entwickler zu sagen, etwas für all jene, die „heilen und genießen wollen, ohne alles verstehen zu müssen”.  Offizieller Game-Trailer:
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23. Juni 2026
GameCheck

Bee Simulator

von Julia Sakretz Zwischen den zahlreichen bekannten Spielen oder Neuveröffentlichungen vergisst man schnell, welche Spiele man schon besitzt. Das Spiel Bee Simulator ist ein kleines Cozy Game, welches im Jahr 2020 erstmals veröffentlicht wurde. Wir haben uns das Juwel angeschaut und mit unseren Gamecheckern und Gamecheckerinnen gestestet.   Das Spiel Bee Simulator wurde von Varsav Game Studios entwickelt und von Untold Tales gepublished. Spielbar ist es auf verschiedenen Konsolen, PS4, Xbox One, PC-Steam und Nintendo Switch. Die Steuerung wird mit Controllern unterstützt, aber auch am Computer mit Tastatur und Maus ist eine Steuerung möglich.  Spielbeschreibung  Als Spielerin oder Spieler nimmt man die Rolle der kleinen Biene „Beescuit“ ein, die in einem Bienenstock geboren wird. Von der großen Königin wird man zur Honigbiene erklärt, dann geht es auch schon auf die Suche nach Pollen. Auf den Wiesen gibt es sehr viele verschiedene Blumen, die aufgesucht werden können. Natürlich bringen seltenere Blumen mehr Pollen. Eine weitere Fähigkeit ist es, Zucker zu essen, indem man als Biene beispielsweise auf einem Cupcake landet. Dadurch bekommt die fliegende Biene einen Booster und fliegt schneller. Man lernt als Biene verschiedene Perspektiven kennen und fliegt durch unterschiedliche Gebiete. In den ersten Spielminuten bekommt man alles erklärt, was man zur Steuerung des Spiels wissen muss. Wenn das Tutorial abgeschlossen ist, kommt die Biene in einen Bienenstock an einem alten Baum, welcher sich in einem Park befindet. Dieser Baum soll abgerissen werden. Doch die Königin erwartet, dass wir uns auf unsere Aufgabe, das Nektarsammeln, konzentrieren. Wie die Geschichte der kleinen „Beescuit“ danach weitergeht, müssen die Gamerinnen und Gamer selbst erspielen. Bewertung durch unsere GameChecker  Unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker haben das Spiel bereits getestet. Das Tester-Team für dieses Spiel bestand aus sieben Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren. Nach anderthalb Stunden begeistertem Testen sind sie zu folgendem Ergebnis gekommen: Der Bee Simulator ist ein großartiges Spiel, welches sehr viel Spaß macht. Der Multiplayer-Modus hat ihnen ebenfalls sehr viel Freude bereitet. Auch die Einzelspielerinnen und Einzelspieler sind aufgesprungen und haben sich gegenseitig gezeigt, was bei ihnen auf dem jeweiligen Bildschirm passiert.   Zudem haben sie relativ schnell die Funktion entdeckt, wie man als Biene tatsächlich auch stechen kann. Enttäuschend für die Gamechecker und Gamecheckerinnen war dann, dass sie nicht die gewünschte Reaktion von den NPCs erhalten haben. Zwar ist ein Luftballon zerplatzt, aber sowohl Tiere als auch Menschen haben sich nicht verändert, nachdem die Biene sie „gestochen“ hat. Neben dieser kleinen Enttäuschung haben die Gamechecker und Gamecheckerinnen unter anderem festgestellt, wie schwierig die Steuerung am Anfang ist. Besonders jüngere Tester im Alter von acht und neun Jahren haben rückgemeldet, dass die Steuerung nicht einfach zu bewältigen ist. Dies kann zu einem Spielflussstopp führen, was dann wiederum die Motivation der Kinder senken kann. Sobald sich die Kinder aber mit der Steuerung zurechtgefunden haben, haben sie begonnen, sich auf die Umgebung zu konzentrieren – und waren begeistert von der Spielwelt. Die Landschaft und die darin vorkommende Artenvielfalt haben alle sehr beeindruckt. In einem Park war beispielsweise ein riesiger Hirsch. Man kann durch beziehungsweise über einen Zoo fliegen, wobei sich die verschiedensten Tiere entdecken lassen. Am meisten jedoch hat unseren Testenden die sogenannte Bienenperspektive gefallen, welche simuliert, wie eine Biene die Welt wahrnimmt. Realitätscheck  Neben dem Test mit unserer GameCheck-Gruppe sind wir zudem der Frage nachgegangen, ob die Bienenansicht im Spiel realitätsgetreu nachempfunden worden ist. Bienen haben Facettenaugen, was bedeutet, dass sie zwischen 5.000 und 7.000 ganz kleine Augen haben, welche alle nur einen bestimmten Ausschnitt der Umgebung wahrnehmen. Im Gehirn wird daraus dann ein Gesamtbild zusammengesetzt. Zum Vergleich: Menschen haben sogenannte Kameraaugen. Dies bedeutet, dass wir eine Linse in unseren Augen haben, welche das „Bild“, das unser Auge an unser Gehirn schickt, einfängt und scharfstellt. Bienen sehen durch ihre vielen Augen eher verschwommen und erkennen hauptsächlich grobe Formen statt Details. Dadurch können sie Bewegungen besonders schnell wahrnehmen und potenzielle Gefahren früh erkennen. Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert, Flugbahnen zu berechnen und Blumen während des Flugs zu finden. Im Spiel wurde dies aus videospieltechnischen Gründen nicht vollständig umgesetzt, auch wenn die Bienenperspektive leicht verschwommen dargestellt wird und Blumen sowie Räuber besser erkennbar sind. Doch an der Bienenperspektive ist noch etwas anderes besonders: die Farben! Während wir Menschen ein Farbensehspektrum von Rot bis Violett haben, sehen Bienen kein Rot. Sie haben Rezeptoren für Ultraviolett (UV), Blau und Grün. Sieht das menschliche Auge eine rote Blume, kann eine Biene etwas ganz anderes sehen. Viele Blumen besitzen UV-Muster auf den Blütenblättern. Da wir kein UV sehen können, erscheinen die Blumen für uns einfarbig. Eine Biene jedoch kann durch ihre Rezeptoren diese Musterung sehen und weiß, wo sich der Nektar in der Blume befindet. Deshalb sieht die Bienenansicht farblich auch ganz anders aus als die normale Ansicht, um zu verdeutlichen, wie Bienen Farben wahrnehmen können.  Der Aspekt, dass Bienen ein ungefähres Sichtfeld von 300° haben, geht durch die Videospielmechanik ein wenig verloren. Man hat in der Außenansicht die Möglichkeit auf einen 360°-Rundumblick, indem man die Kamera dreht, während es in der Bienenansicht keine 300° sind. Dies ist aber auch wieder dem Komfort eines Videospiels geschuldet und kein wirklicher Kritikpunkt von unserer Seite aus. Was macht der Bee Simulator richtig?  Blumen dienen als wichtige Orientierungspunkte im Spiel und werden gezielt angeflogen. Sie sind durch Farben gekennzeichnet, auch wenn wir davon ausgehen können, dass sie deutlicher hervorgehoben sind als in der realen Welt, um das Spiel für den Spieler zu vereinfachen. Die Welt wird sehr gut aus Bodennähe dargestellt. Die Menschen und Tiere sind im Vergleich zu einer Biene skaliert worden. Grashalme sind so groß wie kleine Bäume, Pfützen wirken wie Seen und Menschen wie riesige Wesen. Durch den Beschleunigungsschub wird symbolisiert, wie schnell eine Honigbiene fliegen kann – nämlich zwischen 20 und 30 km/h. Zwar ist die UV-Sicht nicht realistisch dargestellt, weil man immer noch bestimmte Farben sehen kann oder sie unverändert sind.  In Summe macht der Bee Simulator dennoch vieles richtig: Man verständigt sich mit anderen Bienen durch einen Tanz, und Wespen sind einem nicht wohlgesonnen. Auch kann man leichte Muster auf den Blumen erkennen und die Farben verändern sich deutlich, wenn man in den Bienenmodus wechselt. Trotzdem sind noch zu viele Details zu erkennen: Die Welt um die Biene herum ist sehr detailliert und auch zu scharf. Unter normalen Umständen wäre die Welt sehr viel verschwommener (siehe Bilder). Doch dadurch, dass es ein Spiel ist, wurde dementsprechend auch auf diesen Fakt Rücksicht genommen. Es ist eine sehr gut gelungene Mischung aus Bienenbiologie und Videospielhilfe. Es gibt klare Orientierungspunkte, aber auch solche Aspekte wie Wegfinder oder eine Bibliothek im Bienenstock. Fazit  Die Gamecheckerinnen und Gamechecker hat der Bee Simulator überzeugt. Er ist eine sehr gut gelungene Mischung aus Biologielehrstunde und Videospielspaß und eignet sich gut für einen entspannten Nachmittag auf der Couch oder einen lustigen Abend mit Freundinnen und Freunden. Die Computerspielschule empfiehlt das Spiel ab 8 Jahren. Die Spielmechanik ist etwas herausfordernd und am Anfang nicht einfach zu verstehen. Nach etwas Übung und Gewohnheit wird auch dieser Aspekt einfacher.  Wenn ihr den Bee Simulator mal ausprobieren wollt, könnt ihr dies gerne freitags bei unserem offenen Angebot Game, Make & Learn machen.   Hier geht's zu den neusten Beiträgen:    
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Zwei Personen beim Gaming, mit Controllern in der Hand. Dieses Bild ist KI-generiert.
4. Juni 2026
GameFrame

„Gaming ist Männersache!?“ Warum das Klischee längst überholt ist 

von Jana Schäfer „Ich kann mir ein Leben ohne Video- oder Computerspiele nicht mehr vorstellen.“ Das sagen laut einer aktuellen Studie von Bitkom e.V. rund 45 Prozent der Deutschen. Gaming gehört für viele Menschen längst zum Alltag und ist schon lange kein Nischenhobby mehr. Laut aktuellen Zahlen spielen 52 Prozent der Deutschen zumindest hin und wieder Videospiele. Gaming ist damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein digitaler Kultur- und Sozialraum, in dem sich Millionen Menschen bewegen.  Trotzdem hält sich ein hartnäckiges Klischee: Gaming gilt oft noch immer als „Männersache“. Wer an Gamerinnen und Gamer denkt, hat häufig das Bild junger Männer mit Headset und Controller vor Augen. Auch in Werbung, Streaming-Kultur oder im E-Sport sind Männer oft sichtbarer vertreten. Dadurch wird Gaming gesellschaftlich weiterhin häufig männlich gelesen, obwohl die Realität inzwischen deutlich vielfältiger aussieht.  Die Realität des Gamings: Frauen spielen genauso häufig Videospiele  Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt: Das Klischee vom „männlichen Gamer“ ist längst überholt. So zeigt eine Studie des Pew Research Center, dass gleich viele Männer wie Frauen grundsätzlich Videospiele spielen. Männer bezeichnen sich allerdings deutlich häufiger selbst als „Gamer“. Genau hier zeigt sich bereits ein wichtiger Unterschied zwischen tatsächlichem Spielverhalten und gesellschaftlicher Wahrnehmung.  Auch aktuelle Zahlen aus Deutschland bestätigen dieses Bild: Laut der aktuellen Studie des Bitkom e.V. spielen nahezu genauso viele Frauen wie Männer Videospiele. Teilweise verbringen Frauen laut Erhebungen sogar mehr Zeit mit Gaming als Männer, durchschnittlich 2,2 Stunden täglich gegenüber 1,9 Stunden bei Männern.  Besonders deutlich wird die Bedeutung von Gaming auch bei jungen Menschen. Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass Gaming für 71 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen ein fester Bestandteil ihres Alltags ist. Videospiele sind damit ein wichtiger Teil jugendlicher Mediennutzung, unabhängig vom Geschlecht. Woher kommt das Klischee vom männlichen Gamer? Obwohl die Studienlage deutlich macht, dass es im Spielverhalten und -häufigkeit keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt, hält sich das Bild vom „männlichen Gamer“ erstaunlich hartnäckig. Dafür gibt es mehrere Gründe:  Zum einen prägen Medien, Werbung und Popkultur seit Jahrzehnten ein sehr einseitiges Bild von Gaming. Lange Zeit richtete sich die Spieleindustrie vor allem an junge Männer. Viele Werbekampagnen, Spielemagazine oder E-Sport-Formate stellten überwiegend männliche Spieler in den Mittelpunkt. Dieses Bild prägte nicht nur Generationen, sondern wirkt bis heute nach, selbst wenn die Realität inzwischen vielfältiger aussieht.  Hinzu kommt, dass Männer sich häufiger selbst aktiv als „Gamer“ bezeichnen. Frauen spielen zwar genauso oft, identifizieren sich aber seltener mit diesem Begriff oder beschreiben damit ihr Hobby. Das liegt unter anderem daran, dass die Bezeichnung „Gamer“ gesellschaftlich oft noch mit bestimmten Vorstellungen verbunden wird: technikaffin, kompetitiv, männlich. Wer nicht diesem Bild entspricht, fühlt sich teilweise weniger angesprochen oder wird von außen weniger ernst genommen. Warum viele Spielerinnen unsichtbar bleiben Auch Online-Communities spielen eine Rolle. Frauen erleben in Multiplayer-Spielen oder auf Streaming-Plattformen häufig Sexismus, abwertende Kommentare oder Zweifel an ihren Fähigkeiten. Manche Spielerinnen vermeiden deshalb bewusst öffentliche Sichtbarkeit oder kommunizieren ihr Geschlecht online gar nicht erst offen. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, Gaming sei weiterhin überwiegend männlich geprägt, obwohl viele Frauen längst dazugehören und Teil der Community sind.  Zudem werden bestimmte Formen des Gamings gesellschaftlich unterschiedlich bewertet. Mobile Games, Social Games oder Cozy Games - Genres, die häufig auch von Frauen gespielt werden - gelten oft als „weniger echtes Gaming“ im Vergleich zu kompetitiven Online- oder Actionspielen. Dadurch werden viele Spielerinnen in der öffentlichen Wahrnehmung weniger ernst genommen und unsichtbar gemacht.  Das Klischee hält sich also nicht wegen fehlender Zahlen oder Fakten, sondern vor allem wegen alter Rollenbilder, gesellschaftlicher Wahrnehmung und einer Gaming-Kultur, die Vielfalt noch nicht überall selbstverständlich sichtbar macht und gleich behandelt.  Wie Geschlechterrollen das Aufwachsen prägen Aus medienpädagogischer Sicht zeigt sich schon seit Jahren: Mädchen und Jungen spielen im Heranwachsen grundsätzlich gleichermaßen Videospiele. Unterschiede zeigen sich bei Genrevorlieben, Spielmotiven oder Spielverhalten: Während Jungen häufiger kompetitive oder actionorientierte Spiele nutzen, greifen Mädchen öfter zu sozialen, kreativen oder storybasierten Games, fasst Kulturwissenschaftlerin Dr. Sabine Hahn für die Stiftung digitaler Spielkultur zusammen. Solche Unterschiede gelten jedoch nicht als biologisch bedingt, sondern entstehen vor allem durch gesellschaftliche Erwartungen und geschlechterspezifische Sozialisation.  Schon früh lernen Kinder oft unbewusst, welche Interessen „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ seien. Technik, Wettbewerb und Gaming werden dabei noch immer häufiger Jungen zugeschrieben. Mädchen bekommen dagegen teilweise weniger Zugang zu Konsolen, technischen Geräten oder Gaming-Communities. Dadurch entstehen Unterschiede nicht zwangsläufig durch Interesse, sondern durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen.  Deshalb ist es wichtig, dass Kinder unabhängig vom Geschlecht die gleichen Möglichkeiten bekommen, Videospiele auszuprobieren und eigene Interessen zu entwickeln. Denn grundsätzlich gilt: Jeder kann alles spielen. Ob Fußballsimulation, Strategiespiel, Cozy Game oder Shooter, Spiele sind nicht „für Jungen“ oder „für Mädchen“, sondern Teil digitaler Kultur für alle.  Gaming wird vielfältiger - die Branche nicht immer Gleichzeitig zeigt sich ein weiteres Problem: Während die Nutzung von Videospielen heute deutlich vielfältiger geworden ist, spiegelt die Spielebranche diese Vielfalt nicht immer ausreichend wider. Viele Games setzen noch immer auf stereotype Rollenbilder, sexualisierte weibliche Figuren oder männlich dominierte Hauptcharaktere. Auch toxische Kommunikation in Online-Communities oder fehlende Diversität in Entwicklerstudios können dazu beitragen, dass sich nicht alle Spielenden gleichermaßen angesprochen oder willkommen fühlen.  Diese Entwicklungen zeigen, dass es beim Thema Gaming und Geschlecht längst nicht mehr nur um die Frage geht, wer spielt. Vielmehr rücken zunehmend weiterführende Themen in den Fokus, etwa Diversität in Spielen, Repräsentation, Community-Kultur und die Frage, wie inklusiv die Gaming-Branche tatsächlich ist.  Hier geht's zu den letzten GameFrame-Beiträgen:
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30. April 2026
GameFrame

Neurodiversität und Gaming

Warum Gaming für neurodivergente Kinder und Jugendliche fördernd sein kann von Louis Lory Circa 15 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung sind neurodivergent. Das heißt: Sie fühlen und denken grundlegend anders als neurotypische Personen. Die bedürfnisorientierte und individuelle Erziehung sowie pädagogische Betreuung neurodivergenter Kinder und Jugendlicher ist eine der großen Aufgaben und Herausforderungen, für Eltern und Angehörige sowie pädagogische Fachkräfte. Spannend aus Sicht der Medienpädagogik ist: Neurodivergente Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig dafür, eine Leidenschaft für digitale Spiele zu entwickeln. Warum können Videospiele besonders neurodivergente Kinder begeistern und ihnen helfen? Und wie können neurodivergente Kinder und Jugendliche in der Welt der Games unterstützt werden? Hinweis zur SprachsensibilitätIn diesem Artikel werden die Begriffe neurotypisch und neurodivergent verwendet. Diese sind nicht wertend gemeint, sondern erläutern die Unterschiede in Wahrnehmung und Denken. Es ist wichtig, neurotypische Gehirne nicht als „normal“ zu bezeichnen, weil das indirekt ableistische Sprache fördert. Unsere Gesellschaft ist stark von neurotypischen Denkmustern und Normen geprägt, die für Menschen, die aus diesem Raster fallen, zu Herausforderungen werden können. Die Begriffe helfen dabei, diese Strukturen sichtbar zu machen, auch wenn langfristig eine Auflösung der scharfen Trennlinie zwischen neurotypisch und neurodivergent angestrebt werden sollte, da alle Gehirne auf ihre individuelle Art einzigartig sind. Neurodiversität - Was ist das eigentlich? Das Thema Neurodiversität gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Sichtbarkeit. Der Begriff macht darauf aufmerksam, dass wir alle unterschiedlich denken, handeln und fühlen. Neurodivergenz hingegen beschreibt Gehirne, die in ihren Funktionsweisen so stark von denen neurotypischer Menschen abweichen, dass es zu mehr oder weniger starken Auffälligkeiten kommt. Unter diesen Sammelbegriff fallen unter anderem Autismus, ADHS und Hochsensibilität. Neurodivergente Menschen nehmen die Welt um sie herum grundlegend anders wahr und verfügen häufig über eine ausgeprägte Sensibilität, die individuelle Stärken und Herausforderungen mit sich bringt. Durch ihre detailorientierte Wahrnehmung verarbeiten sie Eindrücke sehr intensiv, was schnell zu einer Reizüberflutung führen kann. Deswegen ist es besonders wichtig, neurodivergente Kinder und Jugendliche und ihre individuellen Bedürfnisse zu verstehen, ernst zu nehmen und auf sie einzugehen. Neurodivergenz und Gaming - ein gutes Match! Viele Menschen denken beim Stichwort Gaming sofort an blinkende Lichter, kurze Reaktionszeiten und eine überbordende Geräuschkulisse. Dadurch kann schnell der Eindruck entstehen, dass Videospiele tendenziell eher für neurotypische Menschen geeignet sind, die die vielen Reize besser filtern können. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Studien zeigen, dass neurodivergente Menschen besonders gerne in digitalen Welten versinken. Einer Untersuchung der britischen Organisation „Internet matters“ zufolge liegt der Anteil der neurodivergenten Heranwachsenden in den USA und Großbritannien mit einer Affinität für Videospiele bei circa 90 Prozent. Auch lokale Tests kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Das Autismus-Therapiezentrum Oldenburg beispielsweise geht davon aus, dass im Südwesten Deutschlands circa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen auf dem Autismus-Spektrum Videospiele spielen. Gleichzeitig sind sie dadurch auch anfälliger dafür, einen problematischen Medienkonsum zu entwickeln, wie zum Beispiel eine Studie aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie zeigt. Doch was steckt dahinter? Games als neurodivergente Safe Spaces Für neurodivergente Heranwachsende kann es schwierig sein, sich in einer neurotypischen Welt, die nicht für sie gemacht ist, zurechtzufinden. Lärmende Klassenzimmer, starre Lernkonzepte oder Erziehungsmethoden erreichen sie häufig nicht. Ihre sensorische Feinfühligkeit und eigene Art der Kommunikation können schnell dazu führen, dass sie von anderen abgewertet oder missverstanden werden und das Gefühl bekommen, „falsch“ zu sein. Videospiele können als digitale Rückzugsorte fungieren, in denen sich neurodivergente Kinder und Jugendliche ohne Angst vor Beurteilung entfalten und ausprobieren können. Sie können sich ganz bewusst Spiele heraussuchen, die ihre Stärken hervorheben und trainieren, sie beruhigen oder auf produktive Art herausfordern (was unter anderem bei einer Hochbegabung hilfreich sein kann). Auch ihren Spezialinteressen, ein für Neurodivergenz typisches Merkmal, kann hier nachgegangen werden. Zudem können Games als Safe Spaces dienen, in denen Kinder wortwörtlich „ihre Maske fallen lassen können“. Das gerade bei Menschen auf dem Autismus-Spektrum vorkommende Masking, also das übermäßige Anpassen an soziale Normen und Verhaltensweisen, um nicht negativ aufzufallen, obwohl es eigentlich der eigenen Natur widerspricht, kann auf Dauer sehr belastend und anstrengend sein. Deswegen sind Räume wichtig, in denen sich gerade junge Menschen von diesem oft schmerzhaften Verhaltensmuster befreien können. Games bieten so einen Ort gleich in vielerlei Hinsicht. Positive Effekte von Gaming für neurodivergente Kinder und Jugendliche In Spielen wie Minecraft oder Roblox wird den Spielenden die volle Entscheidungsgewalt über das eigene Handeln überlassen. Reize wie Lautstärke oder Helligkeit können oft nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen mit ein paar wenigen Klicks angepasst werden. In ihrem Tempo, mit ihrem Fokus und mit ihren Mitteln können Kinder die digitale Welt um sich herum erkunden, entdecken und gestalten – eine Fähigkeit, die sie sich in der echten Welt häufig noch nicht zutrauen. Somit können Spiele auch dabei helfen, die eigene Selbstwirksamkeit der Kinder zu stärken, was sich dann wiederum positiv auf das analoge Leben auswirken kann. Auch das Trainieren von Fehlern (und einer damit verbundenen Resilienz) sowie der eigenen Frustrationstoleranz sind wichtige Werkzeuge, die neurodivergente Kinder sich durch das bewusste Spielen von geeigneten Videospielen aneignen können. Zudem sind für neurodivergente Menschen häufig soziale Interaktionen im digitalen Raum angenehmer, da sie nicht sofort reagieren oder antworten müssen und daher weniger soziale Energie dafür verbrauchen müssen. Da der Anteil neurodivergenter Gamer und Gamerinnen als sehr hoch eingeschätzt werden kann, ist es für betroffene Kinder und Jugendliche ebenfalls wahrscheinlicher, auf Spieleplattformen oder in Online-Games Gleichgesinnte im selben Alter zu treffen, sich mit diesen über die eigenen Spezialinteressen auszutauschen und Freundschaften schließen zu können. Aber auch für bestehende Freundschaften haben Multiplayer-Spiele einen klaren Vorteil: Für viele neurodivergente Kinder (vor allem mit ADHS) ist es schwierig, Freundschaften aus eigener Kraft aufrechtzuerhalten. Ein regelmäßiges Online-Treffen zum Spielen mit den besten Freunden oder Freundinnen kann hierbei Abhilfe schaffen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Emotionsregulierung. Kinder mit Angstzuständen, Panikattacken oder Meltdowns können im besten Fall durch speziell ausgewählte Games wieder beruhigt werden. Hierfür eignen sich besonders sogenannte Cozy Games, die sich durch ruhiges, stressfreies Gameplay auszeichnen und keine hektischen, schnellen Aktionen beinhalten. Indem bewusst keine Spannung erzeugt wird, können Spielende sich in entspannten, repetitiven Aufgaben verlieren. Dies kann besonders auf autistische Gehirne einen beruhigenden Effekt haben. In unserem Gamecheck haben wir ein solches Cozy Game schon getestet: Spilled. Hier gehts zur ausführlichen Review. Wenn beim Gamen alles zu viel wird Trotz allem ist es wichtig, auf einen bewussten und gesunden Umgang mit Videospielen bei Kindern und Jugendlichen zu achten. Besonders bei neurodivergenten Heranwachsenden kann es passieren, dass die digitale Gaming-Welt zum einzigen Zufluchtsort wird, an dem sie das Gefühl haben, sich nicht verstellen zu müssen. Deswegen sind sie besonders anfällig dafür, eine Computerspielsucht zu entwickeln, da sie infolgedessen möglichst viel Zeit auf den entsprechenden Plattformen verbringen wollen und alles andere vernachlässigen können. Somit ist es unabdingbar, neurodivergenten Kindern auch Rückzugsorte außerhalb der digitalen Welt zu schaffen, in denen sie ganz sie selbst sein können – und ihnen das Gefühl zu geben, das sie genau so richtig sind, wie sie sind. Neurodivergente Kinder und Jugendliche unterstützen Eltern und pädagogische Fachkräfte können unter anderem dadurch unterstützen, indem sie sich darüber informieren, welche Spiele besonders für neurodivergente Kinder geeignet sind und diese – werden sie in einem geschützten und bewusst beschränkten Rahmen eingesetzt – als etwas Positives sehen. Zudem können sie dabei helfen, individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen und Reize zu minimieren, indem sie zum Beispiel in den Einstellungen bestimmte Settings anpassen oder Spiele mit zu vielen Stimuli, erschreckenden Szenen oder moralischen Dilemmata aus der Bibliothek entfernen. Neben der Auswahl und Anpassung geeigneter Spiele ist der Austausch mit anderen neurodivergenten Kindern und Jugendlichen im Umfeld sowie die Beschäftigung mit den Hobbys und Spielen der Kinder relevant, um das Spielerlebnis für alle zu verbessern. Wenn ein Kind in Therapie geht, könnte es daher sinnvoll sein, das Hobby Gaming in die Behandlung miteinzubeziehen. So kann Schritt für Schritt eine inklusivere Welt geschaffen werden – digital wie analog. Hinweis: Die Bilder dieses Beitrags wurden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt. 💡 Gaming-Empfehlungen für neurodivergente Jugendliche und Kinder ➡️ zu den letzten Game-Frame-Beiträgen    
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Logo Toggo GG Podcast und Controller. Dieses Bild ist KI-generiert.
9. April 2026
Podcast

Was ist Cybergrooming? Sicher unterwegs in Online-Games!

Dejan Simonović zu Gast im Toggo GG Podcast In der aktuellen TOGGO GG Podcastfolge war Dejan Simonović, Leiter der Computerspielschule Stuttgart, zu Gast und über ein wichtiges Thema in der Gamingwelt gesprochen: Cybergrooming. Der Begriff Cybergrooming bezeichnet Situationen, in denen Erwachsene im Internet gezielt versuchen, das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen – etwa in Chats oder Online-Games – und im weiteren Verlauf unangemessene oder übergriffige Fragen stellen. Im Gespräch mit Moderatorin Juki erklärt Dejan anschaulich, woran verdächtiges Verhalten erkannt werden kann und wie man in solchen Situationen richtig reagiert. Neben der Aufklärung zum Thema geht es aber vor allem um eines: Sicherheit und Spaß beim Spielen zu verbinden. Deshalb gibt Dejan im Laufe der Folge auch konkrete Tipps, wie man sich im Ernst- oder Verdachtsfall verhalten sollte. 👉 Hört gerne in die Folge rein (Kinder und Jugendliche am besten gemeinsam mit Eltern oder anderen Vertrauenspersonen) und sprecht darüber. Hier ein paar hilfreiche Links zum Thema: Hier geht's zur Folge auf YouTube: Oder als Podcast auf Spotify hören: Weitere Podcast-Folgen in Kooperation mit der Computerspielschule:
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Familie beim Videospielen im Zeichentrickstil. Dieses Bild ist KI-generiert.
21. Juli 2025
GameFrame

Spielend durch die Ferien – Unsere Spieletipps für Familien

von Ahmed Özcan Die Sommerferien stehen vor der Tür – eine Zeit, in der viele Kinder draußen unterwegs sind, baden gehen, verreisen oder einfach entspannen. Digitale Spiele wirken zunächst unpassend für einen sonnigen Ferientag. Doch sie gehören längst zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen – und können auch in der Familie eine große Chance sein. Wenn Kinder alleine spielen, tauchen sie oft tief in ihre eigene Spielwelt ein – der Austausch mit der Familie bleibt dabei meist auf der Strecke. Doch gemeinsames Spielen kann genau diesen Kontakt wieder stärken. Es schafft Erlebnisse und Gesprächsanlässe, wie man sie auch von klassischen Brettspielabenden kennt. Digitale Spiele bieten dabei dieselben Möglichkeiten: Sie eröffnen Zeit für Miteinander, Kooperation – oder einen unterhaltsamen Wettstreit – und schaffen Raum für Nähe und gemeinsames Lachen. Spielen verbindet - auch digital Dabei müssen es nicht immer kooperative Spiele sein, bei denen man gemeinsam Aufgaben löst. Auch kompetitive Spiele, in denen man gegeneinander antritt, sorgen für jede Menge Spaß. Klar, manchmal fliegen virtuelle Schildkröterpanzer oder andere verrückte Gegenstände durchs Bild – doch gerade solche Situationen sorgen für lebendige, witzige Erinnerungen, die noch lange nach dem Spiel für Gesprächsstoff sorgen. Ohne Begleitung durch die Familie bewegen sich Kinder in digitalen Räumen, die für Erwachsene oft wenig transparent sind – etwa in Online-Games mit fremden Mitspielenden oder beim Schauen von Streams und Let’s Plays. Dabei begegnen ihnen Inhalte, Begriffe oder Umgangsformen, die für sie witzig oder spannend wirken mögen, bei Eltern aber häufig Unbehagen auslösen oder verwirrend sind. Die Lösung: Mitspielen! Wenn du als Elternteil aktiv mitspielst, schaffst du einen geschützten Rahmen, in dem dein Kind sicher begleitet wird – und in dem Medienerziehung ganz natürlich im Alltag stattfindet. Und nicht zuletzt: Auch Erwachsene dürfen Spaß haben! Spiele sind nicht nur Kinderkram – sie bieten Unterhaltung, Herausforderung und Freude für alle Altersgruppen. Warum also nicht gemeinsam lachen, knobeln, gewinnen oder verlieren? Gemeinsam entscheiden, was gespielt wird Damit das gemeinsame Spielen gelingt, lohnt es sich, Spiele gemeinsam auszuwählen. So fühlt sich dein Kind ernst genommen und Streit über die Spielauswahl wird vermieden. Die Alterskennzeichnungen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) helfen dabei, eine erste Orientierung zu finden. Letztlich kennst du dein Kind am besten – und kannst entscheiden, was zu euch passt. Lass dein Kind und dich von anderen Familien oder durch Beratung im Fachhandel inspirieren. Probiert Spiele aus, die ihr nicht kennt. Wenn du unsicher bist, ob ein Spiel wirklich geeignet ist, kannst du dir durch Plattformen wie spieleratgeber-nrw.de eine pädagogische Sicht einholen. Spiele-Tipps für die ganze Familie Hier findest du eine Auswahl an Spielen für verschiedene Plattformen – alle eignen sich für mindestens zwei Spielerinnen und Spieler, viele davon sind kooperativ, andere sorgen für lustige Wettbewerbe. Overcooked! 1 Beschreibung: In einer chaotischen Küche müssen Zutaten geschnippelt, Gerichte gekocht und Bestellungen rechtzeitig serviert werden. Kommunikation ist alles!USK: ab 6 JahrenPlattform: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PCSpielmodus: KooperativSpieleranzahl: 2 bis 4 an einem Gerät Mario Kart 8 Deluxe Beschreibung: Der Rennspielklassiker – mit Bananenschalen, Raketen und jeder Menge Spaß. Ideal für schnelle Duelle.USK: ab 0 JahrenPlattform: Nintendo SwitchSpielmodus: KompetitivSpieleranzahl: bis zu 4 an einem Gerät Unravel Two Beschreibung: Zwei wollene Figuren meistern gemeinsam Rätsel und Plattform-Passagen. Wunderschön inszeniert und ruhig im Tempo.USK: ab 6 JahrenPlattform: PlayStation, Xbox, PC, Nintendo SwitchSpielmodus: KooperativSpieleranzahl: 2 an einem Gerät Boomerang Fu Beschreibung: Charmant-chaotisches Kampfspiel mit Früchten und Boomerangs. Schnell, lustig, zugänglich.USK: ab 6 JahrenPlattform: Nintendo Switch, Xbox, PCSpielmodus: KompetitivSpieleranzahl: bis zu 6 an einem Gerät Pool Party Beschreibung: Mini-Games mit Bällen im Pool – schnelles Reaktionsspiel mit viel Gelächter.USK: ab 6 JahrenPlattform: Nintendo SwitchSpielmodus: KompetitivSpieleranzahl: bis zu 4 an einem Gerät Just Dance 2022 Beschreibung: Gemeinsam zur Musik tanzen – Bewegung, Lachen und Rhythmus garantiert.USK: ab 0 JahrenPlattform: Nintendo Switch, PlayStation, XboxSpielmodus: KompetitivSpieleranzahl: bis zu 6 an einem Gerät Switch Sports Beschreibung: Sportliche Mini-Games wie Tennis, Bowling oder Volleyball – einfach zu steuern, auch für Einsteiger/-innen.USK: ab 0 JahrenPlattform: Nintendo SwitchSpielmodus: Kompetitiv oder in TeamsSpieleranzahl: bis zu 4 an einem Gerät Keep Talking and Nobody Explodes Beschreibung: Eine Person hält eine Bombe, die andere Person das Entschärfungs-Handbuch. Klappt nur, wenn richtig kommuniziert wird!USK: ab 12 JahrenPlattform: Switch, PlayStation, Xbox, PC, VRSpielmodus: KooperativSpieleranzahl: mindestens 2 Unrailed! Beschreibung: Gemeinsam legt ihr Gleise, bevor der Zug entgleist. Stressig, lustig, strategisch.USK: ab 6 JahrenPlattform: Nintendo Switch, PlayStation, Xbox, PCSpielmodus: KooperativSpieleranzahl: bis zu 4 an einem Gerät Zu den letzten GameFrame-Beiträgen:
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19. Mai 2026
GameCheck

PUZZLING PLACES

von Louis Lory & Dejan Simonović Hard Facts:  Puzzle-Freunde aufgepasst! „Puzzling Places – 3D Jigsaw Sim“ ist, wie der Name schon sagt, ein dreidimensionales Puzzle-Simulator-Game – und zwar eines, das sich sehen lassen kann. Am 9. April 2026 erschienen und von Realities.io Inc entwickelt, ist es nun unter anderem auf Steam für 7,99 Euro erhältlich. Eine Demo-Version ist zudem kostenlos spielbar. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben und somit für alle Altersklassen zugänglich. Das Indie-Game ist sowohl in einer PC-Version mit Kontroller als auch in einer Virtual-Reality-Version verfügbar, die mit einem klassischen VR-Headset gespielt werden kann.  Beschreibung:  In „Puzzling Places“ werden den Spielerinnen und Spielern verschiedene dreidimensionale Modelle von fotorealistischen Orten und Gebäuden (basierend auf echten Schauplätzen) vorgelegt, die in verschiedene dreidimensionale „Bruchstücke“ zerteilt sind – hier ein Stück Wiese, da ein Teil einer verwitterten Schlossmauer. Daraus ergibt sich dann eine Art dreidimensionales Puzzle, bei dem viel gedreht und ausprobiert werden muss, bis klar ist, welches Teil an welche Stelle gesetzt werden muss, damit am Ende ein stimmiges Gesamtbild entsteht. So setzen sich nach und nach die verschiedensten Welten mit faszinierenden Details und lebendigen Figuren zusammen: Ein tobendes Fußballstadion. Ein märchenhaftes Schloss. Oder auch eine schaurig-schöne Halloween-Party.   Das Spiel kann als Cozy Game verstanden werden, da es zur Beruhigung und Ablenkung angewendet werden kann. Gleichzeitig fördert es aber auch die Konzentration und das dreidimensionale Denkvermögen der Spielerinnen und Spieler. Features:  Das Spiel verfügt über eine Auswahl verschiedener Level beziehungsweise Orte, die unabhängig voneinander gespielt werden können und nicht aufeinander aufbauen. Ebenso ist das Puzzeln nicht durch ein Zeitlimit begrenzt und verfügt auch nicht über einen klassischen Spielstand (abgesehen davon, dass es die schon gespielten Orte als „Geschafft!“ markiert).  Grundsätzlich ist „Puzzling Places“ in zwei unterschiedlichen Spielmodi verfügbar, zwischen denen bei jedem neuen Ort gewählt werden kann: Der Classic Mode und der Journey Mode. Im Classic Mode stehen den Spielerinnen und Spielern Hilfsbilder zur Verfügung, die das zu bauende Gebäude in seinem Endstadium zeigen. Ansonsten gibt es keine Anhaltspunkte - alle Teile sind gleichzeitig verfügbar. Im Journey Mode gibt es hingegen etwas mehr Unterstützung – es werden jeweils fünf neue Teile angezeigt, die passend eingesetzt werden müssen, bevor weitere fünf erscheinen. Für Anfängerinnen und Anfänger ist darüber hinaus noch ein Tutorial vorhanden, das allerdings (vor allem in der VR-Version) leicht „versteckt“ ist.  Ein weiterer Faktor, der den Schwierigkeitsgrad entscheidend beeinflussen kann, ist die Anzahl der Teile, die ebenfalls manuell eingestellt werden kann. Jedes Puzzle kann zwischen 20 und 400 Teilen enthalten. Zudem sind Lautstärke und sogar die Farben des Spiels individuell justierbar. Diese und weitere Rahmenbedingungen zeigen deutlich, dass den Spieleentwicklerinnen und Spieleentwicklern Barrierefreiheit wichtig ist.  Es ist anzumerken, dass sich die Features und Fähigkeiten bei der VR- und der PC-Version jeweils ein bisschen unterscheiden. Beispielsweise gibt es das Spiel auch in einer Mehrspieler-Variante; allerdings nur in der VR-Version.  Bewertung durch unsere Gamechecker:  Puzzling Places wurde im Gamecheck von unseren Spieletesterinnen und Spieletestern getestet. Das Tester-Team für dieses Spiel bestand aus zwei Jungs im Alter von 9-11 Jahren. Die Gamechecker waren von „Puzzling Places“ rundherum begeistert. Das Spiel wurde von ihnen als „entspannt“ und „sicher“, teilweise aber auch als „fröhlich“ und „aufregend“ empfunden. Als besonders positiv haben sie die detailreichen Animationen und Effekte hervorgehoben. Auch die „Figuren“ innerhalb der Maps haben bei ihnen immer wieder für freudige Ausrufe gesorgt und sie stark beeindruckt: Beispielsweise gab es die „süße Katze“, die neben einem Haus auf der Wiese beim Puzzeln plötzlich aufgetaucht ist oder das Fußballfeld, das ab einem gewissen Punkt tatsächlich von agierenden Mannschaften bespielt wird. Darüber hinaus haben sie der Spielwelt, der Steuerung und dem Spaßfaktor die volle Punktzahl gegeben und den Schwierigkeitsgrad als genau richtig eingestuft.  Die anfänglichen Schwierigkeiten, die sich vor allem bei der VR-Version gezeigt haben („Was muss man machen?“) haben sich schnell in fokussierte Konzentration verwandelt, nachdem das etwas versteckte Tutorial gefunden worden ist. Die Kinder haben sich während des Spielens ruhig verhalten und keine heftigen Reaktionen gezeigt. Tatsächlich haben sie über eine Stunde lang durchgespielt, ohne von Langeweile zu sprechen oder abgelenkt zu werden.   Insgesamt lässt sich feststellen, dass die PC-Version im Gameplay etwas leichter begreiflich als die VR-Version ist, bei welcher etwas mehr Hilfe am Anfang nötig werden kann (vor allem beim Finden des Tutorials und des Menüs). Zudem sind manche der Puzzles nur in der PC-Variante verfügbar. Ein weiterer Unterschied zwischen den Versionen ist, dass in VR die einzelnen Teile drehbar sind und somit ein flexibleres Probieren möglich wird, während in der PC-Version jeweils die Teile schon „passend hingedreht“ sind. Hier muss jede und jeder selbst entscheiden, je nachdem, was präferiert wird. Am Ende erfreuten sich in unserem GameCheck aber beide Versionen großer Beliebtheit.   „Man braucht viel Konzentration und muss gut puzzeln können. Es ist beeindruckend, weil es kein normales 2D, sondern ein 3D Puzzle ist. Das Spielprinzip ist cooler als normales Puzzeln.“ ShyGuy2 / 9 J. ,,Das Spiel hat mir Spaß gemacht, weil es eine sehr aufregende Atmosphäre hat. Wenn man Knobeln will, sollte man eher den klassischen Modus spielen anstatt den Reise-Modus, weil der mehr zum Entspannen gedacht ist.” ShyGuy / 9 J. Fazit:   „Puzzling Places – 3D Jigsaw Sim“ ist ein entspanntes, spaßiges Puzzle-Spiel, das Konzentrationsfähigkeit und räumliches Denken fördert. Es ist für alle Altersklassen zugänglich und somit auch als Spiel für die ganze Familie geeignet. Da die VR-Version im Vergleich etwas anspruchsvoller ist, empfehlen wir für den Anfang die PC-Version inklusive Journey Mode und Tutorial. Zudem sprechen wir eine Altersempfehlung ab 7 Jahren für den Journey Mode aus, wobei der anspruchsvollere Classic Mode auch für Erwachsene geeignet ist – ein Spiel für die ganze Familie. Das Spiel kann bei uns in der ComputerSpielSchule während des offenen Angebots „Game, Make & Learn“ jeden Freitag in beiden Versionen ausprobiert werden.   Hier geht's zu den letzten Beiträgen:
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28. April 2026
GameCheck

ORIGAMENT

von Louis Lory & Dejan Simonović Hard Facts:  Origament: A Paper Adventure ist ein Geschicklichkeitsspiel, das am 7. April 2026 erschienen ist. Es wurde von Space Sauce Studio entwickelt und von Beverlor und Assemble Entertainment herausgegeben. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben. Es richtet sich auch an Gelegenheitsspielerinnen und -spieler und ist für den PC z.B. auf Steam für ca. 15 Euro erhältlich. Zum Testen kann jedoch zunächst auch in eine kostenlose Demo-Version gespielt werden. Das Spiel ist in deutscher Sprache verfügbar und kann sowohl mit Tastatur und Maus als auch mit einem Controller gespielt werden. Die Spielzeit beträgt etwa zwei bis drei Stunden.   Beschreibung:  Origament beginnt mit einem liebe- und fantasievollen Jungen, der an seinem Schreibtisch sitzt und einen wichtigen Brief schreibt. In der Spielbeschreibung ist vom „Archiv der Erinnerungen – einem Ort voller verblassender Gedanken, ungeschickter Worte und Briefe, die niemals gelesen wurden“ die Rede. Der Inhalt und der gewünschte Empfänger des Briefes werden zwar im Dunkeln gelassen, doch es wird deutlich, dass die Botschaft unbedingt bei ihrem Ziel ankommen muss. Damit dies auch gelingen kann, wird der Brief kurzerhand von einem Funken Fantasie zum Leben erweckt, sodass er sich von nun an selbst auf die Reise begeben kann. So schwimmt, fliegt, rollt und segelt er durch die unterschiedlichsten Orte, erfüllt Missionen und löst kleine Rätsel. Auf seinem Weg wird er von einer geheimnisvollen Katze begleitet, die ihm immer wieder erscheint und hilfreiche Tipps und Anregungen gibt.   Features:  Die Spielenden schlüpfen in die Rolle des Briefes, der durch verschiedene Parcours und Welten bugsiert werden muss. Dabei sind stets vier verschiedene Modi beziehungsweise Formen anwählbar, in die sich der Brief verwandeln kann und zwischen denen unbegrenzt hin- und hergewechselt werden kann: An Land lässt sich der Brief am besten als zusammengeknüllter Ball fortbewegen. Geht es über eine tiefe Schlucht, kann in den Papierflieger-Modus gewechselt werden. Das Segelboot eignet sich für die Fortbewegung auf dem Wasser, die gerade am Anfang des Spiels häufig benötigt wird. Zu guter Letzt gibt es noch den Wurfstern, der eine schnelle Drehung ausführt, um potenzielle Gegner in die Flucht zu schlagen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.  Official Gameplay Trailer: Die Katze, die den Spielenden immer wieder erscheint, dient als eine Art Mentor, der zur rechten Zeit den Weg weist oder auf etwas aufmerksam macht. Ebenso finden sich auf dem Weg auch immer wieder versteckte Hinweise in Form einer Flaschenpost. Die Textmenge der Flaschenpost wird in beiden Fällen recht kurzgehalten, sodass auch jüngere Spielerinnen und Spieler gut mitkommen und es nicht abschreckt. Die Geschicklichkeitspassagen sind in der Regel einfach zu bewältigen; die zu bewältigenden Routen mehr oder weniger linear. Trotzdem existiert die Möglichkeit zu „sterben“, wenn ein gewisses rotes Gras berührt wird. In einem solchen Fall wird man leicht zurückgesetzt und kann ohne Strafe nochmal probieren.  Die Spielenden können zwischen verschiedenen Welten beziehungsweise Leveln hin und herwechseln. Dazu finden sie sich in einer Art Menü in Form eines runden Warteraums wieder, in dem die verschiedenen Level hinter gerahmten Spiegeln versteckt sind. Zudem existiert dort ein Laden, in dem die im Spiel eingesammelten Münzen gegen neue Fähigkeiten und Kostüme (Skins) eingetauscht werden können. Ingame-Käufe gegen (zusätzliches) Echtgeld gibt es jedoch nicht. Bewertung (durch unsere Gamechecker):  Origament wurde von unseren Gamecheckern getestet. Unser Tester-Team für dieses Spiel bestand aus zwei Jungs im Alter von 9-11 Jahren. Origament hat unseren Gamecheckern großen Spaß gemacht. Sie haben das Spiel schnell und intuitiv begriffen, sodass es ihnen schon nach kurzem gelungen ist, vollständig in die Spielwelt einzutauchen. Bis zu 45 Minuten blieben sie am Stück dran, ohne sich zu langweilen. Manchmal gab es kurze Irritationen im Gameplay, zum Beispiel wenn es an einer unübersichtlichen Stelle nicht weiterging, aber Probleme dieser Art waren meist nach wenigen Sekunden wieder gelöst und können als natürlicher Teil des Gameflows betrachtet werden. Das zeigt sich auch daran, dass die Gamechecker den Schwierigkeitsgrad des Spiels als (knapp über) „genau richtig“ eingestuft haben. Als besonders schwer wurden die Abschnitte beschrieben, in denen man von Fels zu Fels springen musste, wobei manche von ihnen in sich zusammenfallen, wenn der Brief zu lange auf ihnen verharrt. Eine Herausforderung, die die Spieletester gerne angenommen – und gemeistert haben.  Besonders gefallen hat den Gamecheckern die Spielwelt, die durch ihre detailreiche Plastizität und ihre abwechslungsreichen Maps überzeugt. Die Hauptfigur besticht durch ihre wandelbare Form, die den Kindern imponiert hat. Besonders „der Wurfstern war geil“ und hat für viel Begeisterung gesorgt, wenn er in den richtigen Momenten eingesetzt werden konnte. Die Ausgangssituation, ein Blatt Papier zu spielen, das auch tatsächlich wie eines aussieht, sorgt also dank der liebevollen Gestaltung des Spiels für weniger Irritationen, als vielleicht angenommen werden könnte.   Was die Steuerung angeht, hätten sich die Gamechecker mehr Kontrollmöglichkeiten gewünscht. In den verschiedenen Modi ist es zwar möglich, sich fortzubewegen und (je nachdem) auch zu springen, aber eine genauere Steuerung ist nicht möglich. „Du kannst nicht steuern, ob du höher fliegst oder nicht.“  Der andere große Kritikpunkt bezieht sich auf die Vorgaben des Spiels: Diese hätten laut den Gamecheckern genauer sein können. Oft wussten sie nicht, was das eigentliche Ziel eines Levels ist oder wo es genau entlang oder weitergehen soll. „Ich fände es cool, wenn es eine etwas genauere Anweisung gäbe.“  „Ich finde es cool, dass man sich in verschiedene Sachen verwandeln kann. Der Wurfstern war geil!" "Ich würde es meinen Freunden empfehlen.“ Joni4 / 11J. ,,Ich finde erstmal, das Spiel hat den Namen verdient. Origami ist das Thema. Cool fand ich besonders, dass man die Funktion der Form bekommen hat, die man als magisches Papierknöllchen angenommen hat. Herausfordernd finde ich, dass die sehr genau Steuerung beachtet werden muss. Besonders gut gefallen hat mir außerdem die mystische Atmosphäre mit schwebenden Partikeln in der Luft und die echt wirkenden Bilder."ShyGuy / 9J. Fazit:   Origament: A Paper Adventure ist ein kleines, aber feines Cozy Game, das den Gamecheckern eine rundum gute Zeit beschert hat. Die liebevolle Gestaltung der Spielwelt und die Wandelbarkeit des Briefes sorgen für ein außergewöhnliches Spielerlebnis. Einzig die unzureichenden Vorgaben und die teilweise noch unvollkommene Steuerung haben den Kindern in unserem Spieletest nicht gefallen. Besonders zu empfehlen ist das Spiel, um zur Beruhigung und Ablenkung nach einem stressigen Tag beizutragen.  Im zusätzlichen Test mit jüngeren Grundschülern stellte sich heraus, dass Origament in dieser Altersstufe (6-10 Jahre) zwar spielbar ist, aber vom Schwierigkeitslevel und Anspruch dennoch herausfordernd für die Kinder. Daher sprechen wir eine Altersempfehlung ab zehn Jahren aus. Hier geht's zu den letzten Beiträgen:
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14. April 2026
GameCheck

A Webbing Journey

von Louis Lory und Dejan Simonović Beschreibung:  „A Webbing Journey“ ist ein dreidimensionales Sandbox Adventure, dass 2025 von Fire Totem Games entwickelt worden ist. Es befindet sich derzeit noch im Early-Access-Modus, was bedeutet, dass noch nicht alle Funktionen verfügbar sind und das Spiel derzeit noch ausgebaut wird. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben, sodass es für alle Altersklassen spielbar ist. „A Webbing Journey“ ist auf Steam für derzeit 7,79 Euro erhältlich und auf Deutsch verfügbar. Es kann sowohl mit dem Steamdeck als auch mit einem Kontroller gespielt werden.   Handlung:   Silky ist eine kleine Spinne mit einem großen Herzen: Da ihre menschlichen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner mit anderen Dingen beschäftigt sind, beschließt sie kurzerhand, im Haushalt mitzuhelfen und kleine (und große) Aufgaben für sie zu erledigen. Dafür bewegt sie sich durch die verschiedenen Räume eines gemütlichen Einfamilienhauses – von der Küche über das Wohnzimmer bis hin zum Kinderzimmer. Später ist es auch möglich, draußen unterwegs zu sein. Ob es darum geht, das Geschirr zu spülen, Essen zuzubereiten oder Fliegen einzufangen – Silky ist bereit, alles zu tun, um ihre Lieblingsmenschen zu unterstützen. Wie eine kleine Spinne das schaffen soll? Indem sie ihre Fäden geschickt einsetzt, Netze webt, Dinge miteinander verbindet und von einem Ort zum anderen springt…  Spielmechanik:  Die spielbare Spinne kann die verschiedenen Räume auf alle möglichen Arten bekrabbeln und erkunden (sogar über Kopf!). Jedes Objekt kann bewegt, verschoben und auch zerstört werden. Mit den Fäden, die sich in alle möglichen Richtungen schießen lassen und miteinander verbunden werden können, lassen sich komplexe Netze und Brücken bauen, die dann wiederum bei der Erledigung der Aufgaben hilfreich sein können.   Verschiedene Spinnen-NPCs führen durch die Handlung und helfen bei der Orientierung. Zudem ist es möglich, Silky nach eigenen Vorstellungen in der „Garderobe“ einzukleiden und zu verändern. Hier findet sich noch ein weiteres besonderes Feature: Der Arachnophobie-Modus. Wird er aktiviert, verwandelt sich die Spinne in eine Kugel mit Augen, die Menschen mit Spinnenphobie aufatmen lässt. Ein Detail, das deutlich zeigt, dass das Spiel alle willkommen heißt. Zudem könnte es so eventuell sogar dazu beitragen, die Angst vor Spinnen bei Kindern zu minimieren und ihre Nützlichkeit hervorzuheben.   Bewertung: Die Gamecheckerinnen und Gamechecker haben im Rahmen des Game, Make & Learn + Angebots der Computerspielschule Stuttgart „A Webbing Journey“ getestet. Ihr Fazit? Durchweg positiv.   Das Spiel hat zu vielen positiven Ausrufen während des Gameplays bei den Kindern geführt. Nicht selten gab es ein eben gebautes Netz zu bewundern („Guck mal!“) oder ein Erstaunen auszudrücken („Das macht schon voll Bock, das Game!“).   Besonders positiv wurde von den Kindern hervorgehoben, dass die Handlungsoptionen des Spiels sehr offen sind. Natürlich ist eine Aufgabenliste vorhanden, die abgearbeitet werden kann, aber nicht muss. Hierbei ist auch zu erwähnen, dass es die Wahl zwischen zwei Optionen gibt: Im sogenannten Sandbox-Modus steht das freie Erkunden ohne Aufgaben im Vordergrund. Es hat sich deutlich gezeigt, dass das Spiel Kindern auch ohne das Abhaken der To-Do-Liste Spaß genug macht, um eine längere Zeit dranzubleiben. Sie genießen es, zu experimentieren, Netze zu bauen und verschiedene Dinge auszuprobieren. Auch Fragen wie „Was passiert eigentlich, wenn ich die Vase herunterwerfe?“ können den Kindern Freude bereiten. Zudem ist es möglich, sich durch das Probieren verschiedener Möglichkeiten innerhalb des Spiels weiterzuentwickeln, was dem Ganzen auch ohne das Erfüllen der Aufgaben einen Mehrwert verleiht. Außerdem trainiert das Spiel die Frustrationstoleranz der Kinder, da der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben variieren kann („Es kann doch nicht so schwer sein, XY zu machen…“).  Anmerkung: Die Entwicklerinnen und Entwickler des Spiels merken an, dass es in der finalen Version eine kontinuierliche Story geben wird, die dem Ganzen mehr Struktur verleiht.   Als möglicher Kritikpunkt ist zu nennen, dass es beim Spieletest teilweise Verwirrungen wegen der Steuerung gab. Manche Tastenkombinationen waren schwer zu merken und benötigten etwas Übung. Hierbei ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass es die Möglichkeit gibt, die Steuerung bei Bedarf oder auch dauerhaft am unteren Bildschirmrand einzublenden, was bei kurzzeitigen Irritationen weiterhelfen kann. Das Tutorial ist hier ebenfalls zu empfehlen, da es nicht nur die Steuerung Schritt für Schritt erklärt, sondern auch Silky und ihre kleine Welt kindgerecht einführt. Außerdem traten teilweise kleine Störungen auf, sogenannte „Bugs“, was bei einer Pre-Version aber durchaus vorkommen kann.   Ein letzter Punkt bezieht sich noch auf das Sounddesign: Dieses kann, wenn es zu laut eingestellt ist, für sensiblere Kinder teilweise „nervig“ bis „unangenehm“ sein. Besonders die piepsigen Stimmen der Spinnen-NPCs könnten von Kindern als störend empfunden werden, sodass eine leise Anfangslautstärke zu empfehlen ist. In diesem Sinne lohnt es sich auch, einen Blick in die internen Soundeinstellungen des Spiels zu werfen. In diesen ist eine manuelle Ein- und Ausblendung der verschiedenen Tonebenen möglich, sodass jedes Kind diese auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen kann. Sowohl das als auch der Arachnophobie-Modus zeigen, dass sich das Spiel sehr darum bemüht, inklusiv und barrierefrei zu sein.   Pädagogische Einschätzung und Fazit:   ,,Es war cool, dass man immer verschiedene Aufgaben machen muss, die auch oft schwierig sind oder die man nicht gleich beim ersten Mal schafft, für die man ein bisschen Übung braucht." Spinne15 / 11 J.  ,,Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass man als Spinne Netze bauen und löschen kann – ganz frei, wie man will."Shyguy / 9 J. „A Webbing Journey“ ist ein pädagogisch wertvolles Spiel, das Kinder zum Erkunden, Ausprobieren und Kombinieren einlädt. Es trainiert strategisches Denken, Kombinationsgabe, Problemlösungskompetenz sowie Frustrationstoleranz. Zudem kann es dabei helfen, die Angst vor Spinnen zu lindern und einen anderen Blickwinkel auf die kleinen Tiere zu werfen. Lediglich das Sounddesign und die Steuerung könnten noch einmal überarbeitet werden, was bei einer Pre-Version aber verzeihbar ist.   Da das Spiel komplexeres Denken erfordert, jedoch nicht überfordernd ist und klare Aufgaben enthält, sprechen wir eine Empfehlung ab 9 Jahren aus. Das Spiel kann bei uns freitags im offenen Angebot „Game, Make and Learn“ ausprobiert werden. Viel Spaß beim Spielen!  Eine Reise durch das Gewebe – Trailer zur Veröffentlichung im Early Access: Hier geht's zu den letzten Beiträgen:
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14. April 2026
GameCheck

Packing Life

von Julia Sakretz und Dejan Simonović Beschreibung: In „Packing Life“ geht es darum, Pakete richtig zu befüllen, sodass alle vorgegeben Waren eingepackt und verschickt werden können. Um diese scheinbar simple Aufgabe hat das Aroko Game Studio ein motivierendes Puzzle-Spiel gebaut, das im März 2026 veröffentlicht wurde und für unter 10€ zum Beispiel über Steam und auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Es ist ohne Altersbeschränkung freigegeben und richtet sich somit an Spielende aller Altersklassen. Handlung: Spielerinnen und Spieler des Spiels erhalten am Anfang eine kurze Einführung in die grundlegenden Spielmechaniken. Man schlüpft in die Rolle von Lilly, einer 19-Jährigen, die gerade in die Stadt gezogen ist und sich vor Beginn ihres Studiums noch etwas Geld dazuverdienen möchte. Zu Beginn trifft sie auf Alex, der ihr am ersten Tag unter die Arme greift und ihr alles Wichtige erklärt. Dieses Gespräch dient gleichzeitig als Tutorial. Außerdem wird direkt angedeutet, dass sich die Handlung des Spiels über einen Zeitraum von etwa einem Monat erstreckt. Anschließend startet das eigentliche Spielgeschehen. Auch wenn es zwar diese Rahmengeschichte gibt, wird sie sehr unspektakulär und hauptsächlich in Textfeldern dargestellt. Sie ist somit kein wichtiger Aspekt des Spiels und könnte gerade von Kindern und Jugendlichen eher ignoriert werden. Die Motivation und der Spielspaß ergeben sich hier klar über die Spielmechanik. Spielmechanik: Das Gameplay ist einfach aufgebaut. Es sind keine Personen zu sehen, da sich alles darauf konzentriert, Pakete möglichst effizient zu verpacken. Dabei stehen zwei verschiedene Kameraperspektiven zur Verfügung, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann: eine Draufsicht sowie eine leicht schräge Seitenansicht. Von der linken Seite erscheinen nach und nach unterschiedliche Artikel, die in verschieden große Boxen einsortiert werden müssen. Dabei ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen gefragt, denn man muss einschätzen, ob ein Objekt gedreht werden sollte oder ob es sinnvoller ist, die gesamte Kiste entsprechend auszurichten. Wenn man ein Paket fertig gepackt hat, fühlt sich das “einfach gut” an. Das Spiel bietet zwei Modi an. Entweder kann man es unter Zeitdruck spielen, sodass man sich beeilen muss und dadurch stärker gefordert ist oder das Zeitlimit weglassen, wodurch man sich ganz entspannt auf das Packen konzentrieren kann. Bewertung: Unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker haben „Packing Life“ getestet und auch wenn das Spiel auf den ersten Blick nicht besonders spannend aussieht, fesselt es sehr schnell durch seine Spielmechanik, da jedes Paket schnell zu einem dreidimensionalen Puzzlespiel wird. So entstand ein sehr guter Spielfluss. Die „Geschichte“ zu Beginn wurde dabei als unnötig empfunden und wurde daher von unseren Testerinnen und Testern direkt übersprungen, sodass es unmittelbar ins Tutorial ging. Dieses musste in unserem Fall sogar zweimal gespielt werden, da die Steuerung zunächst schwer verständlich war. Man muss gleichzeitig die Kamera sowie die Objekte drehen und verschieben. Besonders bei der Steuerung über die Tastatur kann das herausfordernd sein, da viele Tasten dicht beieinanderliegen. Dadurch kommt es leicht zu Verwechslungen, was den gesamten Ablauf durcheinanderbringen kann. Ein Objekt ist dann falsch gedreht und man muss entweder umdenken oder es so lange weiterdrehen, bis es wieder in der Ausgangsposition ist. ,,Es ist manchmal ein bisschen schwierig, weil du immer Sachen gründlich verstauen musst oder passend einpacken musst. Es hat mir aber trotzdem viel Spaß gemacht. Ich finde es cool, dass man beim Paketepacken auf so vieles achten muss (wie zum Beispiel den Kassenzettel / Absender draufkleben). Es ist spannend zu sehen, wie das so ist. Ich würde es meinen Freunden weiterempfehlen."Spinne15 / 11 J. Vor allem unter Zeitdruck kann das problematisch werden. So steigt die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen, was schnell zu Frustration führen kann. Wer diesen Druck nicht mag, kann hier einfach das Zeitlimit ausstellen und in den Relax-Modus wechseln, was wir auch gerade für den Einstieg empfehlen würden. So kann man die Pakete in seinem eigenen Tempo packen, was für ein angenehm entspanntes Spielgefühl sorgt und durch die Herausforderung, die Waren richtig einzuordnen, trotzdem nicht langweilig wird. Zudem ist es wichtig, seine Aufgaben sorgfältig zu erledigen. Vergisst man beispielsweise den „Vorsicht-Glas“-Stempel oder füllt das Paket nicht ausreichend mit Papier, wird einem Geld vom Gehalt abgezogen. Das verdeutlicht, dass Sorgfalt gefragt ist – sowohl im Spiel als auch als übertragbare Fähigkeit für den Alltag. Besonders gefördert wird zudem das räumliche Vorstellungsvermögen. Dieses wird nicht nur vorausgesetzt, sondern im Spielverlauf auch deutlich trainiert. Spielerinnen und Spieler müssen sich genau überlegen, wie Gegenstände in die Box passen und wie sie gedreht oder angeordnet werden müssen. Gleichzeitig wird die Problemlösefähigkeit gestärkt: Passt etwa ein Topf scheinbar nicht mehr in das Paket, beginnt man automatisch, nach Lösungen zu suchen und verschiedene Anordnungen auszuprobieren. Hinzu kommt, dass die Gegenstände in zufälliger Reihenfolge erscheinen. Dies bedeutet das nicht immer ausschließlich kleine oder große Objekte kommen, sondern jederzeit Gegenstände in verschiedenen Größen auftauchen können. Dadurch bleibt das Gameplay abwechslungsreich und erfordert eine ständige Anpassung an neue Situationen. Fazit: Nachdem unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker rund 45 Minuten Spielzeit mit Packing Life verbracht haben, sind sie zu folgendem Fazit gekommen: Das Spielgefühl wurde (im Relax-Modus) insgesamt als entspannend und beruhigend wahrgenommen. Die puzzleartige Spielmechanik hat schnell und langfristig motiviert, sodass insgesamt ein guter Spielfluss aufgekommen ist. Die Spielwelt selbst wurde als eher mittelmäßig bewertet. Sie orientiert sich stark an der Realität und erinnert optisch teilweise mehr an eine Art „Packstation-Simulator“. Insgesamt wurde der Schwierigkeitsgrad als nahezu passend, tendenziell jedoch eher anspruchsvoll eingeschätzt. Dennoch hat das Spiel unseren Gamecheckerinnen und Gamecheckern viel Spaß gemacht. Wir würden „Packing Life“ ab einem Alter von etwa 10 Jahren empfehlen, da ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen erforderlich ist. Zudem ist die Steuerung eher anspruchsvoll, auch wenn das Spielkonzept an sich nicht überladen ist und sich auf das wesentliche fokussiert. Wenn Spielerinnen und Spieler die Steuerung erst einmal verinnerlicht haben, entsteht ein befriedigender Spielfluss, der Spaß macht. Hier geht's zu den letzten Beiträgen:
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