GameCheck
4. November 2026

Dressmaker

von Jessica Seifert, Dejan Simonovic und Hannah Wrobel

Tauche ein in eine Welt voller Stoff, Garn, Klatsch und Tratsch – mit dem Spiel Dressmaker!  

Als charmantes und gemütliches Indie-Game, entwickelt von Cozy Lives, ein Tochterunternehmen von Freelives, ist das Game Dressmaker ein Überraschungserfolg, welcher im September 2026 auf Steam für Windows und MacOS erschienen ist. Spielbar ist es bisher in den Sprachen Chinesisch, Japanisch und Englisch.

In Dressmaker übernehmen Spielerinnen und Spieler die Leitung einer kleinen Schneiderei. Sie entwerfen Kleider für unterschiedliche Anlässe, wählen Stoffe und Accessoires aus und setzen ihre Ideen mithilfe verschiedener Nähmechaniken um. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, individuelle Kleidungsstücke zu gestalten und die mitunter außergewöhnlichen Wünsche der Kundschaft zu erfüllen. 

Spielbeschreibung 

Das Spiel spiegelt überraschend detailliert die Arbeitsschritte des Schneiderns und gibt den Spielenden gleichzeitig die Möglichkeit mit den Kundinnen zu interagieren. So lernt man die Dorfbewohnerinnen und -bewohner kennen, hört sowohl von den aktuellen sozialen Events als auch den neuesten Klatsch und Tratsch der Kleinstadt und baut nach und nach seinen eigenen Kundenstamm auf.

Die Spielerinnen und Spieler fangen klein an, mit wenigen Designvorlagen und einer begrenzten Auswahl an Stoffen. Möchte man einen Auftrag erfüllen, spricht man zunächst mit der Kundin über den Anlass sowie spezielle Vorlieben und nimmt Maße. Anschließend wird eine erste Skizze entworfen, um dann passende Stoffbahnen und Accessoires zu kaufen. Schnittmuster sollten möglichst parallel zum Fadenverlauf, aber auch platzsparend angeordnet und ausgeschnitten werden. Schließlich wird das Ganze am passend eingestellten Mannequin angeordnet und die Nähte mit der Nähmaschine präzise vernäht.

Ist die Kundin zufrieden, bekommt die Spielerin oder der Spieler Geld, neue Ideen für das Skizzenbuch und einen Stern für die Zufriedenheit der Kundin, wodurch die Schneiderei an Ruf gewinnt. Durch Schneiderei-Magazine erhält man zudem schnell Zugriff auf eine größere Auswahl an Stoffen und Accessoires, die erhältlich sind.

Über die Bestellungen und die Interaktion mit den Kundinnen bekommt man als Spielerin oder Spieler einen Eindruck von deren Persönlichkeit und Status, aber auch in das Sozialleben der Kleinstadt. Hin und wieder wird in Zeitungsabschnitten der Klatschpresse auch über ein Event berichtet, für welches man diverse Kleider geschneidert hat.

Somit bietet Dressmaker einen realitätsnahen und detailgetreuen Einblick in den Beruf des Schneiderns und den Aufbau eines eigenen Unternehmens, aber verspricht gleichzeitig auch Freude am kreativen Entwerfen und an den unterhaltsamen Geschichten der Dorfbewohnerinnen und -bewohner.

Bewertung

Unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker haben das Spiel während unseres Angebots GML+ im Stadtmedienzentrum Stuttgart getestet. Die Gruppe der testenden Kinder war zwischen sieben und zwölf Jahre alt und hatte viele spannende Anmerkungen zu dem Indiegame. Ihnen war wichtig anzumerken, dass die Atmosphäre des Spiels sehr entspannt und fröhlich war. Auch die Grafik konnte überzeugen, genauso wie die Mechaniken der Nähmaschine und das Design der Accessoires.

Besonders positiv fiel auf, dass das Spiel zum gemeinsamen Planen und Diskutieren anregte. Die Kinder haben das Spiel in Kleingruppen von zwei bis drei Personen getestet und sprachen sich gerne darüber ab, wie ein Kleid aussehen sollte und welche Stoffe und Accessoires sich dafür eigneten.  

Zu beachten ist jedoch, dass Dressmaker bislang nicht auf Deutsch verfügbar ist. Während des Tests halfen sich die Kinder zwar häufig gegenseitig beim Verständnis der englischen Texte, für jüngere Kinder empfiehlt sich dennoch die Begleitung durch eine erwachsene Person mit Englischkenntnissen.

Schwergefallen ist den Kindern vor allem die Budgeteinteilung, da das eigene Geld und das Budget des Auftraggebers in einen gemeinsamen Topf fließen. Dadurch mussten sie sich merken, welchen Betrag die Auftraggeberin ursprünglich zur Verfügung gestellt hatte. Auch die Nähte präzise nachzufahren konnte zum Teil eine herausfordernde Aufgabe sein. Besonders schön fanden die Kinder die Grafik des Spiels. Auch ein weiteres kleines Detail fand großen Anklang: Die kleine flauschige Miezekatze der Schneiderei, welche man “streicheln” kann.  
Worin sich doch alle einig waren, war der Spaßfaktor des Spiels: die Gamecheckerinnen und Gamechecker vergaben 8,5 von 10 möglichen Punkten.  

Fazit

Dressmaker bietet eine gelungene Mischung aus kreativem Gestalten, gemütlicher Atmosphäre, einer spannenden Story und kleinen Herausforderungen. Besonders die liebevolle Grafik, die Accessoires und das Nähen mit der Nähmaschine kamen bei unseren Gamecheckerinnen und Gamecheckern gut an. Auch wenn die Budgetverwaltung, der Umgang mit der Sprache und das genaue Arbeiten mit den Schnittmustern und Nähten etwas Übung erfordern, hatten die Kinder viel Freude am Spiel. Die durchschnittliche Bewertung von 8,5 von 10 Punkten zeigt, dass sich ein Besuch in dieser virtuellen Schneiderei lohnt! 

Basierend auf dem GameCheck empfehlen wir das Spiel ab einem Alter von 10 Jahren. Mit Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte oder Eltern kann das Spiel jedoch auch von jüngeren Kindern gespielt werden. 

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