Von GG bis NPC – Ein Gaming-Wörterbuch für Einsteiger und Einsteigerinnen 

von Jana Schäfer

Wer Jugendlichen beim Gaming zuhört, merkt schnell: Hier wird eine eigene Sprache gesprochen. „Ich war kurz AFK“, „Das war komplett OP“, „Typischer NPC-Move“ oder einfach nur „GG“ – viele dieser Begriffe stammen aus dem Englischen, andere haben sich in bestimmten Spielen oder Streaming-Communities entwickelt. Für Menschen, die nicht oder nur gelegentlich spielen, wirken solche Aussagen oft unverständlich.

Dieser Beitrag bietet einen kompakten Einstieg in zentrale Gaming-Begriffe und erklärt sie verständlich. Ziel ist es, häufig verwendete Ausdrücke sicher einordnen zu können, Orientierung zu schaffen und die Gaming-Sprache als Teil der Lebenswelt vieler junger Menschen besser zu verstehen.

Bedeutung und Funktionen von Gaming-Begriffen in der Alltagssprache

Gaming ist heute fester Bestandteil digitaler Alltagskultur. Mit den Spielen hat sich eine Kommunikationsform entwickelt, die sich schnell verändert, international geprägt ist und stark von digitalen Gemeinschaften beeinflusst wird. Neue Begriffe entstehen direkt im Spielgeschehen, in Chats oder auf Plattformen wie Twitch, verändern ihre Bedeutung im Austausch der Community und verbreiten sich von dort aus weiter in soziale Medien – und zunehmend auch in die Alltagssprache.

Diese Gaming-Sprache erfüllt dabei wichtige Funktionen: Sie bringt komplexe Spielsituationen in wenigen Worten auf den Punkt, schafft Orientierung im Spiel und signalisiert Zugehörigkeit. Gleichzeitig transportiert sie Emotionen – von Frust über Ehrgeiz bis hin zu Fairness – und macht sichtbar, wie selbstverständlich digitale Räume heute unseren Sprachgebrauch mitprägen.

15 zentrale Gaming-Begriffe

AFK (eng.: Away From Keyboard)

Wörtlich übersetzt: „Weg von der Tastatur“. Der Begriff stammt aus der frühen Online-Chat-Kultur und bedeutet, dass jemand gerade nicht aktiv spielt oder schreibt – also kurz abwesend ist.

Camper / campen

Bezeichnet Spielende, die an einer strategisch günstigen Stelle verharren und dort auf Gegner warten. Je nach Perspektive gilt das als clevere Taktik oder als unsportlich.

Clan

Bezeichnet eine feste Gemeinschaft von Spielern und Spielerinnen, die regelmäßig gemeinsam spielen. Clans treten meist unter einem gemeinsamen Namen oder Kürzel auf und organisieren sich über Chatgruppen oder feste Spielzeiten. Neben gemeinsamen Online-Partien nehmen manche Clans auch an Turnieren teil oder begegnen sich bei Gaming-Veranstaltungen und Conventions.

GG (eng.: Good Game)

Heißt „Gutes Spiel“ und wird am Ende einer Runde geschrieben oder gesagt. Ursprünglich Ausdruck von Fairness und Sportsgeist, kann „GG“ heute je nach Kontext auch ironisch gemeint sein.

Lag

Bezeichnet eine spürbare Verzögerung zwischen Eingabe und Reaktion im Spiel, meist verursacht durch eine schlechte Internetverbindung. Bewegungen wirken dann ruckelig oder zeitversetzt.

Level / leveln / Level up

Ein „Level“ bezeichnet im Spiel eine Stufe oder einen Entwicklungsstand einer Figur. Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten steigt diese Stufe an – man „levelt“ oder erreicht ein „Level Up“ (englisch für „eine Stufe aufsteigen“). Mit jedem höheren Level werden Figuren in der Regel stärker oder schalten neue Fähigkeiten frei.

Loot

Englisch für „Beute“. Gemeint sind Gegenstände oder Belohnungen, die Spielende im Verlauf eines Spiels erhalten – etwa nach besiegten Gegnern oder bestandenen Aufgaben. „Looten“ wird dabei als Verb verwendet und bedeutet so viel wie plündern oder Beute einsammeln. Loot kann Ausrüstung, virtuelle Währung oder besondere Objekte umfassen und ist häufig ein zentraler Motivationsfaktor im Spiel.

Noob / Newbie

Beide Begriffe leiten sich vom englischen „new“ (neu) ab. „Newbie“ bezeichnet neutral oder freundlich eine neue, unerfahrene Person in einem Spiel oder einer Community. „Noob“ wird dagegen häufig abwertend verwendet und beschreibt jemanden, dem mangelndes Können oder fehlendes Verständnis vorgeworfen wird – unabhängig davon, wie lange die Person bereits spielt.

NPC (eng.: Non-Playable Character)

Nicht-Spieler-Charakter bezeichnet eine Figur im Spiel, die nicht von echten Spieler:innen gesteuert wird, sondern vom Spielsystem. NPCs übernehmen häufig feste Rollen – etwa als Verkäufer, Informationsfigur oder Teil der Spielumgebung – und reagieren nach vorgegebenen Abläufen.

OP (eng.: Overpowered)

Bedeutet „übermächtig“ oder „zu stark“. Wird verwendet, wenn eine Spielfigur, Waffe oder Fähigkeit als unfair stark empfunden wird.

Ragequit

Zusammengesetzt aus „rage“ (Wut) und „quit“ (aufhören). Der Begriff beschreibt das abrupte Verlassen eines Spiels aus Frust oder Ärger. In vielen Multiplayer-Spielen kann ein vorzeitiger Ausstieg negative Folgen haben, etwa Punktabzug, Wartezeiten oder andere Sanktionen, da Mitspielende dadurch benachteiligt werden können.

Respawn

Zusammengesetzt aus „re“ (wieder) und „spawn“ (erscheinen). Bedeutet, dass eine Spielfigur nach dem virtuellen Tod erneut ins Spiel zurückkehrt.

Skill

Englisch für „Fähigkeit“ oder „Können“. Der Begriff kann sowohl das spielerische Geschick einer Person beschreiben als auch die Fähigkeiten einer Spielfigur. Viele Figuren – auch computergesteuerte NPCs – verfügen über bestimmte „Skills“, also einsetzbare oder verbesserbare Fertigkeiten im Spiel.

Toxic

Aus dem Englischen „giftig“. Der Begriff beschreibt respektloses oder aggressives Verhalten in Online-Spielen, etwa Beleidigungen, Provokationen oder bewusstes Stören des Teams. Während „unsportlich“ meist einzelne unfair empfundene Aktionen meint, bezeichnet „toxisch“ eher ein dauerhaft negatives und belastendes Kommunikationsverhalten.

Mehr Begriffe im ausführlichen Glossar

Dieses kompakte Wörterbuch bietet einen ersten Überblick über ausgewählte, häufig verwendete Begriffe der Gaming-Szene. Wer die wichtigsten Begriffe kennt, kann nicht nur entspannter zuhören, sondern versteht auch besser, wie digitale Gemeinschaften funktionieren – und warum ein schlichtes „GG“ manchmal mehr sagt als ein ganzer Satz. Natürlich gibt es darüber hinaus noch viele weitere Ausdrücke – und die Gaming-Sprache verändert sich stetig: Neue Wörter entstehen, Bedeutungen wandeln sich, Trends kommen und gehen.

Ein umfangreicheres und regelmäßig aktualisiertes Gaming-Glossar mit zusätzlichen Begriffen und weiterführenden Erklärungen findet sich hier:

→  https://games-im-unterricht.de/paedagogischer-hintergrund/glossar

Zu den letzten GameFrame-Beiträgen:

Games im Unterricht: Ratgeber zu den Risiken

n dem folgenden Beitrag des Serviceportals für Verbraucherbildung spricht Dejan Simonović, Leiter der ComputerSpielSchule Stuttgart, mit der Verbraucherzentrale über das Thema Computerspielsucht und wie diese im Zuge der Medienkompetenzförderung präventiv im Unterricht aufgegriffen werden kann.

Simonović betont, dass Computerspiele aus dem Alltag vieler Schüler*innen nicht wegzudenken sind und daher auch im Unterricht thematisiert werden sollten. Dabei liegt der Fokus darauf, eine kritische Auseinandersetzung mit den positiven wie auch den problematischen Aspekten zu fördern. Themen wie Suchtverhalten, die ökonomischen Mechanismen hinter In-Game-Käufen und die Reflexion des eigenen Medienverhaltens spielen eine zentrale Rolle.

Die ComputerSpielSchule bietet Lehrkräften praxisnahe Unterstützung, um Schüler*innen auf mögliche Risiken aufmerksam zu machen und ihre Medienkompetenz nachhaltig zu stärken. Ein bewusster Umgang mit digitalen Spielen ist dabei ein wichtiges Ziel, um der Entstehung von Abhängigkeiten entgegenzuwirken.

 

Zum Interview der Verbraucherzentrale geht's hier:  Games im Unterricht: die Risiken im Blick