GameCheck
14. April 2026

Packing Life

von Julia Sakretz & Dejan Simonović

Beschreibung:

In „Packing Life“ geht es darum, Pakete richtig zu befüllen, sodass alle vorgegeben Waren eingepackt und verschickt werden können. Um diese scheinbar simple Aufgabe hat das Aroko Game Studio ein motivierendes Puzzle-Spiel gebaut, das im März 2026 veröffentlicht wurde und für unter 10€ zum Beispiel über Steam und auch in deutscher Sprache erhältlich ist. Es ist ohne Altersbeschränkung freigegeben und richtet sich somit an Spielende aller Altersklassen.

Handlung:

Spielerinnen und Spieler des Spiels erhalten am Anfang eine kurze Einführung in die grundlegenden Spielmechaniken. Man schlüpft in die Rolle von Lilly, einer 19-Jährigen, die gerade in die Stadt gezogen ist und sich vor Beginn ihres Studiums noch etwas Geld dazuverdienen möchte. Zu Beginn trifft sie auf Alex, der ihr am ersten Tag unter die Arme greift und ihr alles Wichtige erklärt. Dieses Gespräch dient gleichzeitig als Tutorial. Außerdem wird direkt angedeutet, dass sich die Handlung des Spiels über einen Zeitraum von etwa einem Monat erstreckt. Anschließend startet das eigentliche Spielgeschehen.

Auch wenn es zwar diese Rahmengeschichte gibt, wird sie sehr unspektakulär und hauptsächlich in Textfeldern dargestellt. Sie ist somit kein wichtiger Aspekt des Spiels und könnte gerade von Kindern und Jugendlichen eher ignoriert werden. Die Motivation und der Spielspaß ergeben sich hier klar über die Spielmechanik.

Spielmechanik:

Das Gameplay ist einfach aufgebaut. Es sind keine Personen zu sehen, da sich alles darauf konzentriert, Pakete möglichst effizient zu verpacken. Dabei stehen zwei verschiedene Kameraperspektiven zur Verfügung, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann: eine Draufsicht sowie eine leicht schräge Seitenansicht.

Von der linken Seite erscheinen nach und nach unterschiedliche Artikel, die in verschieden große Boxen einsortiert werden müssen. Dabei ist ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen gefragt, denn man muss einschätzen, ob ein Objekt gedreht werden sollte oder ob es sinnvoller ist, die gesamte Kiste entsprechend auszurichten.

Wenn man ein Paket fertig gepackt hat, fühlt sich das “einfach gut” an.

Das Spiel bietet zwei Modi an. Entweder kann man es unter Zeitdruck spielen, sodass man sich beeilen muss und dadurch stärker gefordert ist oder das Zeitlimit weglassen, wodurch man sich ganz entspannt auf das Packen konzentrieren kann.

Bewertung:

Unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker haben „Packing Life“ getestet und auch wenn das Spiel auf den ersten Blick nicht besonders spannend aussieht, fesselt es sehr schnell durch seine Spielmechanik, da jedes Paket schnell zu einem dreidimensionalen Puzzlespiel wird. So entstand ein sehr guter Spielfluss.

Die „Geschichte“ zu Beginn wurde dabei als unnötig empfunden und wurde daher von unseren Testerinnen und Testern direkt übersprungen, sodass es unmittelbar ins Tutorial ging. Dieses musste in unserem Fall sogar zweimal gespielt werden, da die Steuerung zunächst schwer verständlich war. Man muss gleichzeitig die Kamera sowie die Objekte drehen und verschieben. Besonders bei der Steuerung über die Tastatur kann das herausfordernd sein, da viele Tasten dicht beieinanderliegen. Dadurch kommt es leicht zu Verwechslungen, was den gesamten Ablauf durcheinanderbringen kann. Ein Objekt ist dann falsch gedreht und man muss entweder umdenken oder es so lange weiterdrehen, bis es wieder in der Ausgangsposition ist.

Vor allem unter Zeitdruck kann das problematisch werden. So steigt die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen, was schnell zu Frustration führen kann. Wer diesen Druck nicht mag, kann hier einfach das Zeitlimit ausstellen und in den Relax-Modus wechseln, was wir auch gerade für den Einstieg empfehlen würden. So kann man die Pakete in seinem eigenen Tempo packen, was für ein angenehm entspanntes Spielgefühl sorgt und durch die Herausforderung, die Waren richtig einzuordnen, trotzdem nicht langweilig wird. Zudem ist es wichtig, seine Aufgaben sorgfältig zu erledigen. Vergisst man beispielsweise den „Vorsicht-Glas“-Stempel oder füllt das Paket nicht ausreichend mit Papier, wird einem Geld vom Gehalt abgezogen. Das verdeutlicht, dass Sorgfalt gefragt ist – sowohl im Spiel als auch als übertragbare Fähigkeit für den Alltag.

Besonders gefördert wird zudem das räumliche Vorstellungsvermögen. Dieses wird nicht nur vorausgesetzt, sondern im Spielverlauf auch deutlich trainiert. Spielerinnen und Spieler müssen sich genau überlegen, wie Gegenstände in die Box passen und wie sie gedreht oder angeordnet werden müssen. Gleichzeitig wird die Problemlösefähigkeit gestärkt: Passt etwa ein Topf scheinbar nicht mehr in das Paket, beginnt man automatisch, nach Lösungen zu suchen und verschiedene Anordnungen auszuprobieren.

Hinzu kommt, dass die Gegenstände in zufälliger Reihenfolge erscheinen. Dies bedeutet das nicht immer ausschließlich kleine oder große Objekte kommen, sondern jederzeit Gegenstände in verschiedenen Größen auftauchen können. Dadurch bleibt das Gameplay abwechslungsreich und erfordert eine ständige Anpassung an neue Situationen.

Fazit:

Nachdem unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker rund 45 Minuten Spielzeit mit Packing Life verbracht haben, sind sie zu folgendem Fazit gekommen: Das Spielgefühl wurde (im Relax-Modus) insgesamt als entspannend und beruhigend wahrgenommen. Die puzzleartige Spielmechanik hat schnell und langfristig motiviert, sodass insgesamt ein guter Spielfluss aufgekommen ist.

Die Spielwelt selbst wurde als eher mittelmäßig bewertet. Sie orientiert sich stark an der Realität und erinnert optisch teilweise mehr an eine Art „Packstation-Simulator“.

Insgesamt wurde der Schwierigkeitsgrad als nahezu passend, tendenziell jedoch eher anspruchsvoll eingeschätzt. Dennoch hat das Spiel unseren Gamecheckerinnen und Gamecheckern viel Spaß gemacht.

Wir würden „Packing Life“ ab einem Alter von etwa 10 Jahren empfehlen, da ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen erforderlich ist. Zudem ist die Steuerung eher anspruchsvoll, auch wenn das Spielkonzept an sich nicht überladen ist und sich auf das wesentliche fokussiert. Wenn Spielerinnen und Spieler die Steuerung erst einmal verinnerlicht haben, entsteht ein befriedigender Spielfluss, der Spaß macht.

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