GameCheck
14. April 2026

A Webbing Journey

von Louis Lory & Dejan Simonović

Beschreibung: 

„A Webbing Journey“ ist ein dreidimensionales Sandbox Adventure, dass 2025 von Fire Totem Games entwickelt worden ist. Es befindet sich derzeit noch im Early-Access-Modus, was bedeutet, dass noch nicht alle Funktionen verfügbar sind und das Spiel derzeit noch ausgebaut wird. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben, sodass es für alle Altersklassen spielbar ist. „A Webbing Journey“ ist auf Steam für derzeit 7,79 Euro erhältlich und auf Deutsch verfügbar. Es kann sowohl mit dem Steamdeck als auch mit einem Kontroller gespielt werden.  

Handlung:  

Silky ist eine kleine Spinne mit einem großen Herzen: Da ihre menschlichen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner mit anderen Dingen beschäftigt sind, beschließt sie kurzerhand, im Haushalt mitzuhelfen und kleine (und große) Aufgaben für sie zu erledigen. Dafür bewegt sie sich durch die verschiedenen Räume eines gemütlichen Einfamilienhauses – von der Küche über das Wohnzimmer bis hin zum Kinderzimmer. Später ist es auch möglich, draußen unterwegs zu sein. Ob es darum geht, das Geschirr zu spülen, Essen zuzubereiten oder Fliegen einzufangen – Silky ist bereit, alles zu tun, um ihre Lieblingsmenschen zu unterstützen. Wie eine kleine Spinne das schaffen soll? Indem sie ihre Fäden geschickt einsetzt, Netze webt, Dinge miteinander verbindet und von einem Ort zum anderen springt… 

Spielmechanik: 

Die spielbare Spinne kann die verschiedenen Räume auf alle möglichen Arten bekrabbeln und erkunden (sogar über Kopf!). Jedes Objekt kann bewegt, verschoben und auch zerstört werden. Mit den Fäden, die sich in alle möglichen Richtungen schießen lassen und miteinander verbunden werden können, lassen sich komplexe Netze und Brücken bauen, die dann wiederum bei der Erledigung der Aufgaben hilfreich sein können.  

Verschiedene Spinnen-NPCs führen durch die Handlung und helfen bei der Orientierung. Zudem ist es möglich, Silky nach eigenen Vorstellungen in der „Garderobe“ einzukleiden und zu verändern. Hier findet sich noch ein weiteres besonderes Feature: Der Arachnophobie-Modus. Wird er aktiviert, verwandelt sich die Spinne in eine Kugel mit Augen, die Menschen mit Spinnenphobie aufatmen lässt. Ein Detail, das deutlich zeigt, dass das Spiel alle willkommen heißt. Zudem könnte es so eventuell sogar dazu beitragen, die Angst vor Spinnen bei Kindern zu minimieren und ihre Nützlichkeit hervorzuheben.  

Bewertung:

Die Gamecheckerinnen und Gamechecker haben im Rahmen des Game, Make & Learn + Angebots der Computerspielschule Stuttgart „A Webbing Journey“ getestet. Ihr Fazit? Durchweg positiv.  

Das Spiel hat zu vielen positiven Ausrufen während des Gameplays bei den Kindern geführt. Nicht selten gab es ein eben gebautes Netz zu bewundern („Guck mal!“) oder ein Erstaunen auszudrücken („Das macht schon voll Bock, das Game!“).  

Besonders positiv wurde von den Kindern hervorgehoben, dass die Handlungsoptionen des Spiels sehr offen sind. Natürlich ist eine Aufgabenliste vorhanden, die abgearbeitet werden kann, aber nicht muss. Hierbei ist auch zu erwähnen, dass es die Wahl zwischen zwei Optionen gibt: Im sogenannten Sandbox-Modus steht das freie Erkunden ohne Aufgaben im Vordergrund. Es hat sich deutlich gezeigt, dass das Spiel Kindern auch ohne das Abhaken der To-Do-Liste Spaß genug macht, um eine längere Zeit dranzubleiben. Sie genießen es, zu experimentieren, Netze zu bauen und verschiedene Dinge auszuprobieren. Auch Fragen wie „Was passiert eigentlich, wenn ich die Vase herunterwerfe?“ können den Kindern Freude bereiten. Zudem ist es möglich, sich durch das Probieren verschiedener Möglichkeiten innerhalb des Spiels weiterzuentwickeln, was dem Ganzen auch ohne das Erfüllen der Aufgaben einen Mehrwert verleiht. Außerdem trainiert das Spiel die Frustrationstoleranz der Kinder, da der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben variieren kann („Es kann doch nicht so schwer sein, XY zu machen…“). 

Anmerkung: Die Entwicklerinnen und Entwickler des Spiels merken an, dass es in der finalen Version eine kontinuierliche Story geben wird, die dem Ganzen mehr Struktur verleiht.  

Als möglicher Kritikpunkt ist zu nennen, dass es beim Spieletest teilweise Verwirrungen wegen der Steuerung gab. Manche Tastenkombinationen waren schwer zu merken und benötigten etwas Übung. Hierbei ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass es die Möglichkeit gibt, die Steuerung bei Bedarf oder auch dauerhaft am unteren Bildschirmrand einzublenden, was bei kurzzeitigen Irritationen weiterhelfen kann. Das Tutorial ist hier ebenfalls zu empfehlen, da es nicht nur die Steuerung Schritt für Schritt erklärt, sondern auch Silky und ihre kleine Welt kindgerecht einführt.

Außerdem traten teilweise kleine Störungen auf, sogenannte „Bugs“, was bei einer Pre-Version aber durchaus vorkommen kann.  

Ein letzter Punkt bezieht sich noch auf das Sounddesign: Dieses kann, wenn es zu laut eingestellt ist, für sensiblere Kinder teilweise „nervig“ bis „unangenehm“ sein. Besonders die piepsigen Stimmen der Spinnen-NPCs könnten von Kindern als störend empfunden werden, sodass eine leise Anfangslautstärke zu empfehlen ist. In diesem Sinne lohnt es sich auch, einen Blick in die internen Soundeinstellungen des Spiels zu werfen. In diesen ist eine manuelle Ein- und Ausblendung der verschiedenen Tonebenen möglich, sodass jedes Kind diese auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen kann. Sowohl das als auch der Arachnophobie-Modus zeigen, dass sich das Spiel sehr darum bemüht, inklusiv und barrierefrei zu sein.  

Pädagogische Einschätzung und Fazit:  

„A Webbing Journey“ ist ein pädagogisch wertvolles Spiel, das Kinder zum Erkunden, Ausprobieren und Kombinieren einlädt. Es trainiert strategisches Denken, Kombinationsgabe, Problemlösungskompetenz sowie Frustrationstoleranz. Zudem kann es dabei helfen, die Angst vor Spinnen zu lindern und einen anderen Blickwinkel auf die kleinen Tiere zu werfen. Lediglich das Sounddesign und die Steuerung könnten noch einmal überarbeitet werden, was bei einer Pre-Version aber verzeihbar ist.  

Da das Spiel komplexeres Denken erfordert, jedoch nicht überfordernd ist und klare Aufgaben enthält, sprechen wir eine Empfehlung ab 9 Jahren aus. Das Spiel kann bei uns freitags im offenen Angebot „Game, Make and Learn“ ausprobiert werden. Viel Spaß beim Spielen! 


Eine Reise durch das Gewebe – Trailer zur Veröffentlichung im Early Access:

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