GameCheck
23. Juni 2026

Bee Simulator

von Julia Sakretz

Zwischen den zahlreichen bekannten Spielen oder Neuveröffentlichungen vergisst man schnell, welche Spiele man schon besitzt. Das Spiel Bee Simulator ist ein kleines Cozy Game, welches im Jahr 2020 erstmals veröffentlicht wurde. Wir haben uns das Juwel angeschaut und mit unseren Gamecheckern und Gamecheckerinnen gestestet.  

Das Spiel Bee Simulator wurde von Varsav Game Studios entwickelt und von Untold Tales gepublished. Spielbar ist es auf verschiedenen Konsolen, PS4, Xbox One, PC-Steam und Nintendo Switch. Die Steuerung wird mit Controllern unterstützt, aber auch am Computer mit Tastatur und Maus ist eine Steuerung möglich. 

Spielbeschreibung 

Als Spielerin oder Spieler nimmt man die Rolle der kleinen Biene „Beescuit“ ein, die in einem Bienenstock geboren wird. Von der großen Königin wird man zur Honigbiene erklärt, dann geht es auch schon auf die Suche nach Pollen. Auf den Wiesen gibt es sehr viele verschiedene Blumen, die aufgesucht werden können. Natürlich bringen seltenere Blumen mehr Pollen. Eine weitere Fähigkeit ist es, Zucker zu essen, indem man als Biene beispielsweise auf einem Cupcake landet. Dadurch bekommt die fliegende Biene einen Booster und fliegt schneller. Man lernt als Biene verschiedene Perspektiven kennen und fliegt durch unterschiedliche Gebiete. In den ersten Spielminuten bekommt man alles erklärt, was man zur Steuerung des Spiels wissen muss. Wenn das Tutorial abgeschlossen ist, kommt die Biene in einen Bienenstock an einem alten Baum, welcher sich in einem Park befindet. Dieser Baum soll abgerissen werden. Doch die Königin erwartet, dass wir uns auf unsere Aufgabe, das Nektarsammeln, konzentrieren. Wie die Geschichte der kleinen „Beescuit“ danach weitergeht, müssen die Gamerinnen und Gamer selbst erspielen.

Bewertung durch unsere GameChecker 

Unsere Gamecheckerinnen und Gamechecker haben das Spiel bereits getestet. Das Tester-Team für dieses Spiel bestand aus sieben Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren. Nach anderthalb Stunden begeistertem Testen sind sie zu folgendem Ergebnis gekommen: Der Bee Simulator ist ein großartiges Spiel, welches sehr viel Spaß macht. Der Multiplayer-Modus hat ihnen ebenfalls sehr viel Freude bereitet. Auch die Einzelspielerinnen und Einzelspieler sind aufgesprungen und haben sich gegenseitig gezeigt, was bei ihnen auf dem jeweiligen Bildschirm passiert.  

Zudem haben sie relativ schnell die Funktion entdeckt, wie man als Biene tatsächlich auch stechen kann. Enttäuschend für die Gamechecker und Gamecheckerinnen war dann, dass sie nicht die gewünschte Reaktion von den NPCs erhalten haben. Zwar ist ein Luftballon zerplatzt, aber sowohl Tiere als auch Menschen haben sich nicht verändert, nachdem die Biene sie „gestochen“ hat.

Neben dieser kleinen Enttäuschung haben die Gamechecker und Gamecheckerinnen unter anderem festgestellt, wie schwierig die Steuerung am Anfang ist. Besonders jüngere Tester im Alter von acht und neun Jahren haben rückgemeldet, dass die Steuerung nicht einfach zu bewältigen ist. Dies kann zu einem Spielflussstopp führen, was dann wiederum die Motivation der Kinder senken kann. Sobald sich die Kinder aber mit der Steuerung zurechtgefunden haben, haben sie begonnen, sich auf die Umgebung zu konzentrieren – und waren begeistert von der Spielwelt. Die Landschaft und die darin vorkommende Artenvielfalt haben alle sehr beeindruckt. In einem Park war beispielsweise ein riesiger Hirsch. Man kann durch beziehungsweise über einen Zoo fliegen, wobei sich die verschiedensten Tiere entdecken lassen. Am meisten jedoch hat unseren Testenden die sogenannte Bienenperspektive gefallen, welche simuliert, wie eine Biene die Welt wahrnimmt.

Realitätscheck 

Neben dem Test mit unserer GameCheck-Gruppe sind wir zudem der Frage nachgegangen, ob die Bienenansicht im Spiel realitätsgetreu nachempfunden worden ist. Bienen haben Facettenaugen, was bedeutet, dass sie zwischen 5.000 und 7.000 ganz kleine Augen haben, welche alle nur einen bestimmten Ausschnitt der Umgebung wahrnehmen. Im Gehirn wird daraus dann ein Gesamtbild zusammengesetzt. Zum Vergleich: Menschen haben sogenannte Kameraaugen. Dies bedeutet, dass wir eine Linse in unseren Augen haben, welche das „Bild“, das unser Auge an unser Gehirn schickt, einfängt und scharfstellt.

Bienen sehen durch ihre vielen Augen eher verschwommen und erkennen hauptsächlich grobe Formen statt Details. Dadurch können sie Bewegungen besonders schnell wahrnehmen und potenzielle Gefahren früh erkennen. Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert, Flugbahnen zu berechnen und Blumen während des Flugs zu finden. Im Spiel wurde dies aus videospieltechnischen Gründen nicht vollständig umgesetzt, auch wenn die Bienenperspektive leicht verschwommen dargestellt wird und Blumen sowie Räuber besser erkennbar sind.

Doch an der Bienenperspektive ist noch etwas anderes besonders: die Farben! Während wir Menschen ein Farbensehspektrum von Rot bis Violett haben, sehen Bienen kein Rot. Sie haben Rezeptoren für Ultraviolett (UV), Blau und Grün. Sieht das menschliche Auge eine rote Blume, kann eine Biene etwas ganz anderes sehen. Viele Blumen besitzen UV-Muster auf den Blütenblättern. Da wir kein UV sehen können, erscheinen die Blumen für uns einfarbig. Eine Biene jedoch kann durch ihre Rezeptoren diese Musterung sehen und weiß, wo sich der Nektar in der Blume befindet. Deshalb sieht die Bienenansicht farblich auch ganz anders aus als die normale Ansicht, um zu verdeutlichen, wie Bienen Farben wahrnehmen können. 

Der Aspekt, dass Bienen ein ungefähres Sichtfeld von 300° haben, geht durch die Videospielmechanik ein wenig verloren. Man hat in der Außenansicht die Möglichkeit auf einen 360°-Rundumblick, indem man die Kamera dreht, während es in der Bienenansicht keine 300° sind. Dies ist aber auch wieder dem Komfort eines Videospiels geschuldet und kein wirklicher Kritikpunkt von unserer Seite aus.

Was macht der Bee Simulator richtig? 

Blumen dienen als wichtige Orientierungspunkte im Spiel und werden gezielt angeflogen. Sie sind durch Farben gekennzeichnet, auch wenn wir davon ausgehen können, dass sie deutlicher hervorgehoben sind als in der realen Welt, um das Spiel für den Spieler zu vereinfachen. Die Welt wird sehr gut aus Bodennähe dargestellt. Die Menschen und Tiere sind im Vergleich zu einer Biene skaliert worden. Grashalme sind so groß wie kleine Bäume, Pfützen wirken wie Seen und Menschen wie riesige Wesen. Durch den Beschleunigungsschub wird symbolisiert, wie schnell eine Honigbiene fliegen kann – nämlich zwischen 20 und 30 km/h. Zwar ist die UV-Sicht nicht realistisch dargestellt, weil man immer noch bestimmte Farben sehen kann oder sie unverändert sind. 

In Summe macht der Bee Simulator dennoch vieles richtig: Man verständigt sich mit anderen Bienen durch einen Tanz, und Wespen sind einem nicht wohlgesonnen. Auch kann man leichte Muster auf den Blumen erkennen und die Farben verändern sich deutlich, wenn man in den Bienenmodus wechselt. Trotzdem sind noch zu viele Details zu erkennen: Die Welt um die Biene herum ist sehr detailliert und auch zu scharf. Unter normalen Umständen wäre die Welt sehr viel verschwommener (siehe Bilder).

Doch dadurch, dass es ein Spiel ist, wurde dementsprechend auch auf diesen Fakt Rücksicht genommen. Es ist eine sehr gut gelungene Mischung aus Bienenbiologie und Videospielhilfe. Es gibt klare Orientierungspunkte, aber auch solche Aspekte wie Wegfinder oder eine Bibliothek im Bienenstock.

Fazit 

Die Gamecheckerinnen und Gamechecker hat der Bee Simulator überzeugt. Er ist eine sehr gut gelungene Mischung aus Biologielehrstunde und Videospielspaß und eignet sich gut für einen entspannten Nachmittag auf der Couch oder einen lustigen Abend mit Freundinnen und Freunden. Die Computerspielschule empfiehlt das Spiel ab 8 Jahren. Die Spielmechanik ist etwas herausfordernd und am Anfang nicht einfach zu verstehen. Nach etwas Übung und Gewohnheit wird auch dieser Aspekt einfacher. 

Wenn ihr den Bee Simulator mal ausprobieren wollt, könnt ihr dies gerne freitags bei unserem offenen Angebot Game, Make & Learn machen.  

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