GameCheck
28. April 2026

ORIGAMENT

von Louis Lory & Dejan Simonović

Hard Facts: 

Origament: A Paper Adventure ist ein Geschicklichkeitsspiel, das am 7. April 2026 erschienen ist. Es wurde von Space Sauce Studio entwickelt und von Beverlor und Assemble Entertainment herausgegeben. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben. Es richtet sich auch an Gelegenheitsspielerinnen und -spieler und ist für den PC z.B. auf Steam für ca. 15 Euro erhältlich. Zum Testen kann jedoch zunächst auch in eine kostenlose Demo-Version gespielt werden. Das Spiel ist in deutscher Sprache verfügbar und kann sowohl mit Tastatur und Maus als auch mit einem Controller gespielt werden. Die Spielzeit beträgt etwa zwei bis drei Stunden.  

Beschreibung: 

Origament beginnt mit einem liebe- und fantasievollen Jungen, der an seinem Schreibtisch sitzt und einen wichtigen Brief schreibt. In der Spielbeschreibung ist vom „Archiv der Erinnerungen – einem Ort voller verblassender Gedanken, ungeschickter Worte und Briefe, die niemals gelesen wurden“ die Rede.

Der Inhalt und der gewünschte Empfänger des Briefes werden zwar im Dunkeln gelassen, doch es wird deutlich, dass die Botschaft unbedingt bei ihrem Ziel ankommen muss. Damit dies auch gelingen kann, wird der Brief kurzerhand von einem Funken Fantasie zum Leben erweckt, sodass er sich von nun an selbst auf die Reise begeben kann. So schwimmt, fliegt, rollt und segelt er durch die unterschiedlichsten Orte, erfüllt Missionen und löst kleine Rätsel. Auf seinem Weg wird er von einer geheimnisvollen Katze begleitet, die ihm immer wieder erscheint und hilfreiche Tipps und Anregungen gibt.  

Features: 

Die Spielenden schlüpfen in die Rolle des Briefes, der durch verschiedene Parcours und Welten bugsiert werden muss. Dabei sind stets vier verschiedene Modi beziehungsweise Formen anwählbar, in die sich der Brief verwandeln kann und zwischen denen unbegrenzt hin- und hergewechselt werden kann: An Land lässt sich der Brief am besten als zusammengeknüllter Ball fortbewegen. Geht es über eine tiefe Schlucht, kann in den Papierflieger-Modus gewechselt werden. Das Segelboot eignet sich für die Fortbewegung auf dem Wasser, die gerade am Anfang des Spiels häufig benötigt wird. Zu guter Letzt gibt es noch den Wurfstern, der eine schnelle Drehung ausführt, um potenzielle Gegner in die Flucht zu schlagen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. 

Official Gameplay Trailer:

Die Katze, die den Spielenden immer wieder erscheint, dient als eine Art Mentor, der zur rechten Zeit den Weg weist oder auf etwas aufmerksam macht. Ebenso finden sich auf dem Weg auch immer wieder versteckte Hinweise in Form einer Flaschenpost. Die Textmenge der Flaschenpost wird in beiden Fällen recht kurzgehalten, sodass auch jüngere Spielerinnen und Spieler gut mitkommen und es nicht abschreckt. Die Geschicklichkeitspassagen sind in der Regel einfach zu bewältigen; die zu bewältigenden Routen mehr oder weniger linear. Trotzdem existiert die Möglichkeit zu „sterben“, wenn ein gewisses rotes Gras berührt wird. In einem solchen Fall wird man leicht zurückgesetzt und kann ohne Strafe nochmal probieren. 

Die Spielenden können zwischen verschiedenen Welten beziehungsweise Leveln hin und herwechseln. Dazu finden sie sich in einer Art Menü in Form eines runden Warteraums wieder, in dem die verschiedenen Level hinter gerahmten Spiegeln versteckt sind. Zudem existiert dort ein Laden, in dem die im Spiel eingesammelten Münzen gegen neue Fähigkeiten und Kostüme (Skins) eingetauscht werden können. Ingame-Käufe gegen (zusätzliches) Echtgeld gibt es jedoch nicht.

Bewertung (durch unsere Gamechecker): 

Origament wurde von unseren Gamecheckern getestet. Unser Tester-Team für dieses Spiel bestand aus zwei Jungs im Alter von 9-11 Jahren. Origament hat unseren Gamecheckern großen Spaß gemacht. Sie haben das Spiel schnell und intuitiv begriffen, sodass es ihnen schon nach kurzem gelungen ist, vollständig in die Spielwelt einzutauchen. Bis zu 45 Minuten blieben sie am Stück dran, ohne sich zu langweilen. Manchmal gab es kurze Irritationen im Gameplay, zum Beispiel wenn es an einer unübersichtlichen Stelle nicht weiterging, aber Probleme dieser Art waren meist nach wenigen Sekunden wieder gelöst und können als natürlicher Teil des Gameflows betrachtet werden. Das zeigt sich auch daran, dass die Gamechecker den Schwierigkeitsgrad des Spiels als (knapp über) „genau richtig“ eingestuft haben. Als besonders schwer wurden die Abschnitte beschrieben, in denen man von Fels zu Fels springen musste, wobei manche von ihnen in sich zusammenfallen, wenn der Brief zu lange auf ihnen verharrt. Eine Herausforderung, die die Spieletester gerne angenommen – und gemeistert haben. 

Besonders gefallen hat den Gamecheckern die Spielwelt, die durch ihre detailreiche Plastizität und ihre abwechslungsreichen Maps überzeugt. Die Hauptfigur besticht durch ihre wandelbare Form, die den Kindern imponiert hat. Besonders „der Wurfstern war geil“ und hat für viel Begeisterung gesorgt, wenn er in den richtigen Momenten eingesetzt werden konnte. Die Ausgangssituation, ein Blatt Papier zu spielen, das auch tatsächlich wie eines aussieht, sorgt also dank der liebevollen Gestaltung des Spiels für weniger Irritationen, als vielleicht angenommen werden könnte.  

Was die Steuerung angeht, hätten sich die Gamechecker mehr Kontrollmöglichkeiten gewünscht. In den verschiedenen Modi ist es zwar möglich, sich fortzubewegen und (je nachdem) auch zu springen, aber eine genauere Steuerung ist nicht möglich. „Du kannst nicht steuern, ob du höher fliegst oder nicht.“ 

Der andere große Kritikpunkt bezieht sich auf die Vorgaben des Spiels: Diese hätten laut den Gamecheckern genauer sein können. Oft wussten sie nicht, was das eigentliche Ziel eines Levels ist oder wo es genau entlang oder weitergehen soll. „Ich fände es cool, wenn es eine etwas genauere Anweisung gäbe.“ 

Fazit:  

Origament: A Paper Adventure ist ein kleines, aber feines Cozy Game, das den Gamecheckern eine rundum gute Zeit beschert hat. Die liebevolle Gestaltung der Spielwelt und die Wandelbarkeit des Briefes sorgen für ein außergewöhnliches Spielerlebnis. Einzig die unzureichenden Vorgaben und die teilweise noch unvollkommene Steuerung haben den Kindern in unserem Spieletest nicht gefallen. Besonders zu empfehlen ist das Spiel, um zur Beruhigung und Ablenkung nach einem stressigen Tag beizutragen. Wir sprechen eine Empfehlung ab 8 Jahren aus.  

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